Adventmail 2010/22 (Namenstage)

Francesca Cabrini, die heutige Jubilarin, wurde 1850 als jüngstes von 13 Bauernkindern in der Nähe von Mailand geboren und tat schon als Mädchen viele gottgefällige Werke. Und mehr noch, als sie 1880 den Orden der „Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen“ gründete – nicht zu verwechseln mit der 20 Jahre später in Münster gegründeten gleichnamigen Schwesterngemeinschaft (nicht umsonst witzelt man, dass nicht einmal der allwissende Gott die zahllosen Frauenorden alle kennt).
Francesca ging in die USA, erst nach New York, dann nach Chicago und kümmerte sich mit ihren Mitschwestern um die italienischen Einwanderer (ob auch Al Capone ihr Schützling war, ist unbekannt). Nicht weniger als 67 Einrichtungen – Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Klöster – gehen auf ihre Initiative zurück. Mutter Cabrini erhielt im Jahre 1909 die amerikanische Staatsbürgerschaft und wurde 1946 als erste amerikanische Bürgerin heiliggesprochen. Seit 1950 ist sie Patronin der Migranten.
Das Leben in einer Ordensgemeinschaft hat seit geraumer Zeit eine gewisse Sogwirkung auf mich. Ein „Wohnprojekt“ in überschaubarer Größe, dazu interne Güterteilung, weltzugewandte Solidarität, auch Spiritualität in nicht übertriebenem Ausmaß – all das klingt gut in meinen Ohren. Weniger gut die traditionellen Ordens-Prinzipien Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit/Keuschheit. „Mein“ Orden sollte Billardtisch und Heimkino nicht verbieten, auf Beratung und Dialog statt auf Ja und Amen setzen und Männlein und Weiblein nicht trennen. In „meinem“ Orden sollte es Kinder und Pensionisten geben, regelmäßig ausgelassene Feste, viele Zeitschriften-Abos, Spieleabende, Berufstätigkeit und Urlaub, einen Raum für Gebet und Meditation und eine Gastwohnung für Asylwerber.
Möchte nicht jemand von Euch sowas gründen?

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