Adventmail 2010/16 (Namenstage)

Ein Dietrich war nicht nur der heute im Kirchenkalender verzeichnete Abt von Rommersdorf, er ist auch ein Werkzeug von Dieben und Polizisten zum Öffnen von Schlössern.
Schon im 14. Jht. wurden Nachschlüssel scherzhaft mit Männernamen bezeichnet, z.B. Peterchen oder Kläuschen. Es wird angenommen, dass bei Dietrich (seit dem 15. Jht. belegt) der Anklang an Dieb, bei Peterchen der Gedanke an Petrus mit dem Himmelsschlüssel eine Rolle spielten.
Der klassische Dietrich ist ein sehr einfaches Sperrwerkzeug und dient lediglich zum Aufsperren von Buntbart- bzw. Besatzungsschlössern. Wesentlich ausdifferenzierter sind die beim Lockpicking („Schloss-Stochern“) verwendeten Gerätschaften wie Spanner, Hook, Schneemann oder Six Mountains.
Lockpicking hat sich in den letzten Jahren zu einer Art Sport entwickelt. Der deutsche Verein „Sportsfreunde der Sperrtechnik e.V.“ veranstaltet jährlich Meisterschaften. In verschiedenen Disziplinen werden diejenigen zum Sieger gekürt, die Schlösser in möglichst kurzer Zeit öffnen können, ohne sie zu beschädigen. Die Besten schaffen es hierbei, auch als sehr sicher geltende Schlösser in teilweise weniger als einer Minute zu öffnen. Workshops zur Steigerung der Fingerfertigkeit werden angeboten.
Falls dies jetzt jemanden beunruhigt: Der Verein hat einen Kodex, demzufolge die Tätigkeiten grundsätzlich nicht für kriminelle Zwecke missbraucht werden dürfen. Na dann…

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