Ambrosius hätte mir als Zweitname für einen meiner Söhne gut gefallen. Es blieb aber bei Erasmus, Jeremias und Franziskus. Ambros als Zweitname führt auch Wolfgang, der 19-jährig mit seinem Hit „Da Hofa“ den Startschuss für den Austropop gab.
Ich war damals 12 und alt genug, unter dem Eindruck von Peter Alexander, Roy Black oder Rex Gildo Deutschsprachiges in der Popmusik für grundsätzlich minderwertig zu halten. „Da Hofa“ fand ich ganz ok, ebenso später Danzers „Nackerten im Hawelka“ oder Falcos „Der Kommissar“. Aber eine Platte von einem Österreicher kaufen? Nie und nimmer.
Jetzt im Rückblick finde ich die alten Sachen von Ambros richtig gut. „A Mensch möcht i bleibn“, „I drah zua“, „Es lebe der Zentralfriedhof“, „Die Blume aus dem Gemeindebau“ und auch die Dylan-Coverversionen auf der LP „Wie im Schlaf“ sind echte Songperlen und auch nach Jahren immer wieder gut zu hören.
Wie einigen Popstars fällt es auch Ambros nicht leicht, in Würde zu altern bzw. der Rolle als Verwalter der eigenen Vergangenheit zu entgehen. Das liegt weniger an privaten Brüchen wie Scheidung und Alkoholismus als am Qualitätsverlust der Musik. Wer seine Werke „Verwahrlost aber frei“ titelt oder Hans Moser nachsingt, hat mit Musikkonsumenten diesseits der 50 nicht mehr viel am Hut.