Wer die Frida Kahlo-Ausstellung im Wiener Kunstforum noch nicht gesehen hat, ist zu spät dran: Sie endete vor drei Tagen.
Mich hat die Ausstellung eines Besseren belehrt: Vor meinem Besuch im Oktober war ich der Auffassung, Fridas Leben sei um einiges spannender als ihre Malerei. Deren folkloristischer Symbolismus und die Selbstinszenierung als Leidende erschienen mir als ein wenig zu plump und egozentrisch. Doch die Originale im Kunstforum fand ich dann doch beeindruckend in ihrer Farbkraft, Intensität, Unverwechselbarkeit, Eigenständigkeit. Es ist eine Malerei, die unweigerlich nach ihrer Schöpferin fragen lässt.
Und die zeigte sich auch auf zahlreichen faszinierenden Fotos (Fridas Vater war Fotograf): Die Künstlerin, die nach Kinderlähmung und schwerem Unfall von Jugend an mit einer äußerst fragilen Gesundheit zurechtkommen musste, inszeniert sich darauf sehr gezielt als selbstbewusste, ihrer Heimat und ihrem „Lebensmenschen“ Diego Rivera eng verbundene Frau, die „gebrochen“ und lebendig zugleich war. Nicht umsonst wurde Frida Kahlo zur berühmtesten Mexikanerin, 2002 beeindruckend dargestellt von der vielleicht zweitberühmtesten, Salma Hayek.