Adventmail 2010/04 (Namenstage)

Nennt seinen Sohn heute noch irgendwer „Adolf“, so wie die Eltern des seligen deutschen Arbeiterseelsorgers Kolping dies vor 197 Jahren taten?
Adolf, der „edle Wolf“, ist ein „Name, der leider meist nur mit einem Menschen verbunden wird, aber Tausende Träger hat“ – da haben die Betreiber von http://adolfistauchnureinname.de schon recht. Freilich, „Tausende Träger“ ist etwas übertrieben, denn das deutsche Telefonbuch verzeichnet Adolf ganze 2.865 Mal. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist der Name ein absolutes Minderheitenprogramm (auch das FPÖ-Rechtsaußenpaar Barbara und Horst-Jakob Rosenkranz rang sich bei zehn Kindern grad mal zu einem „Wolf“ durch).
Laut www.beliebte-vornamen.de war der Name des „Föhrrrers“ sogar in der NS-Zeit nie der Superhit: Nur 1940 schaffe es „Adolf“ – gerade noch – in die Top-30. Im Vorjahr scheint der Name unter den 500 beliebtesten deutschen Bubennamen nicht auf, im Unterschied zu Hüseyin, Maksim, Joey und Nathanael.
Für Österreich weist die Statistik Austria im vergangenen Vierteljahrhundert immerhin 79 neugeborene Adolfs aus, das ist Platz 481, knapp hinter Nathan (85), aber immerhin deutlich vor Benito (24), Thor (3) und Wotan (1).
„Wir suchen hier Adolfs, die helfen, den Namen wieder mit etwas Positivem zu assoziieren“, so der Appell der Adolfisten. Vielleicht hilft ja Adidas(sler) bei der Imagepolitur. Oder in Österreich Dolferl Kottan… Oder es hilft Ironisierung der Marke Harald Schmidt…

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