Ein Astronaut, der in der Erdumlaufbahn, in der Schwerelosigkeit seiner Raumstation einen Song namens „Space Oddity“ einsingt und sich dabei filmt – das ist eine Steilvorlage, der ich bei meinen diesjährigen Sternemails nicht widerstehen kann. “Here am I sitting in a tin can / Far above the world / Planet earth is blue / And there’s nothing I can do”, sang der kanadische Astronaut Chris Hadfield im Vorjahr, als er im Rahmen der „ISS-Expedition 35“ durchs All flog. Sein dabei später millionenfach angeklicktes Video ist die Coverversion eines Songs von David Bowie, das 1969 zur Zeit der ersten Mondlandung im Radio zu hören war.
Ein Star braucht Zeit, bis er sich findet. So auch Pop-Chamäleon Bowie, der sich gleich mehrmals (neu er-)fand. Erstmals eindrucksvoll und mit viel Starglamour Ende der 1960er Jahre, als er beeinflusst von Stanley Kubricks „2001: A Space Odyssey“ (1968) zunächst „Space Oddity“ über den einsamen Mayor Tom schrieb. Dem ließ der damals androgyn auftretende Glam Rocker Bowie einen weiteren berühmt gewordenen Song mit Science-Fiction-Inhalt folgen: „Starman„, erschienen auf dem Konzept-Album „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ (1972) über einen ausschweifend lebenden Rockstar.
In „Starman“ wendet sich ein Außerirdischer über Radio an die Jugend auf der Erde und verspricht in einer messianischen Botschaft baldige Erlösung. „There’s a starman waiting in the sky / He’d like to come and meet us / But he thinks he’d blow our minds“, heißt es im Refrain – und ich wollte diese und die anderen Zeilen schon mal auf einer Bühne singen. Es ist nämlich so, dass meine Söhne und ich beim alljährlichen Fest in meiner autofreien Wohnsiedlung in Wien-Floridsdorf regelmäßig Gastauftritte bei der Siedlungsband haben und 3 bis 4 Songs darbieten. Da war Bowies Lied zuletzt in meiner engeren Auswahl, ich entschied mich dann aber doch dafür, „Horse with no name“ von America zu trällern.
Das nächste Fest steigt am letzten Samstag im Mai 2015, und „Starman“ könnte diesmal drankommen. Wer zuhören kommt, kann dann ja entscheiden, ob ich oder der ein knappes Monat ältere Chris Hadfield den alten David besser covern kann…
