„Ich bin ja nicht auf der Flucht!“ versus „Erholen kann ich mich auch daheim“ – das sind oft gebrauchte Stehsätze (oder Running Gags?) zwischen meiner Liebsten und mir, wenn es um Planung und Durchführung eines gemeinsamen Urlaubs geht. Es ist nämlich so: SIE will abschalten, den Stress hinter sich lassen, Genuss durch Muße erleben, ja sich sogar mal den Luxus von Langeweile gönnen. ICH dagegen will was erleben, was von der Welt sehen, wo hinfahren, wo ich Körper und Geist bewegen kann und auf dem Weg dorthin auch noch Sehenswertes „mitnehmen“.
So wie im letzten Sommer, wo wir einen Aktivurlaub mit Wandern, Radeln und Paddeln in den polnischen Masuren buchten und auf der Anreise Stopps im Elbsandsteingebirge, In Dresden und Breslau einlegten, und auf der Rückfahrt Krakau und den Nationalpark „Slowakisches Paradies“ besuchten. Gut, für diese Stationen hatten wir nicht wirklich viel Zeit, denn zweieinhalb Wochen Ferien sind schnell vorbei, aber „flüchtig“ würde ICH das jetzt nicht nennen. SIE schon. Gefallen hat’s ihr eh, aber erholt war sie danach nicht. Jetzt würde ich Urlaub brauchen, seufzt sie dann.

Wenn wir mal – wie Ende Oktober – in Bad Leonfelden einem Mühlviertler Wellnesshotel ein verlängertes Wochenende verbringen, mache ich natürlich Vorschläge, was wir dort unternehmen könnten. Denn Krumau muss man gesehen haben, oder? Auch ein Ausflug nach Freistadt lohnt sich. Und Wandern in der schönen Gegend sowieso. Ich mache also Vorschläge, basierend auf gründlicher Recherche schon vor Reiseantritt. Und ehrlich, ich wäre mitnichten frustriert oder gar böse, wenn es dann hieße: „Mach du nur. Ich bleib in der Wellnesszone und lese. Denn: Ich bin ja nicht auf der Flucht…“ Doch zu meiner Überraschung kommt SIE mit. Beschwert sich dann. Und kündigt an: SO nie wieder.
Für nächsten Sommer hab ich übrigens schon eine Idee… – was heißt EINE…!