“Great to read that #Zuckerberg wants to donate his shares. Just wonder how much of this was stolen from our societies via tax avoidance? ;)”, twitterte der von mir bewunderte Facebook-Robin-Hood Max Schrems als Reaktion auf die Ankündigung einer Megaspende: Die Jungeltern Mark Zuckerberg und Priscilla Chan hatten anlässlich der Geburt ihrer Tochter Max (die wohl nicht nach Schrems benannt ist) wissen lassen, dass sie im Lauf ihres Lebens 99 Prozent ihrer Facebook-Aktien wohltätigen Zwecken zukommen lassen wollen. „Like all parents, we want you to grow up in a world better than ours today“, schrieben sie an tiny Max.
Der Schremser Max hat natürlich recht: Zuckerberg ist ein Steuerflüchtling. Facebook verschiebt über zwei Tochtergesellschaften in Irland dreistellige Millionenbeträge in die karibische Steueroase Cayman Islands, wo Unternehmensgewinne nicht besteuert werden, wie mich Freundin Michaela hinwies. Stimmt schon. Dennoch bleibe ich bei meiner Ansicht, Österreichs Superreiche könnten sich in puncto Spendenbereitschaft ruhig etwas von den Amerikanern abschauen. „Angeführt von Microsoft-Gründer Bill Gates und Großinvestor Warren Buffett gibt es seit Jahren ein regelrechtes Philanthropie-Wettrennen unter amerikanischen Milliardären“, schrieb Spiegel.online.
„Der Konzern Facebook hat ein Preisschild an die Verbindungen zwischen Menschen gehängt, das ist der Grund für den Börsenwert von rund 300 Milliarden Dollar“, kritisierte Sascha Lobo ebenfalls auf Spiegel.online. Er fand Zuckerbergs Wohltätigkeit ambivalent (im Unterschied zu den Shit-Stürmern z.B. auf derstandard.at): Für seine 45-Milliarden-Dollar-Spende könne er „als echter, unbedingt bewundernswerter Philanthrop“ gelten, meinte Lobo. Aber zugleich auch als „erste Stütze und größter Nutznießer eines Systems, das unbedingt kritikwürdig ist.“
Und übrigens: Wer von euch ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Wer jemals in seiner Steuererklärung auch nur ein bissi getrickst hat, würde dies (auf dringende Empfehlung seiner Finanzberater) erst recht tun, gehörte ihm ein mächtiges börsennotiertes Unternehmen.