Adventmail 2009/23 (Was geschah am … Dezember?)

Am 23. Dezember …
… 1880 nahm der Sheriff von Lincoln County/New Mexico, Pat Garrett, seinen ehemaligen Freund Henry McCarty, genannt Billy the Kid, fest. Ein halbes Jahr später erschoss er ihn. Und das kam so:
In seiner Jugend arbeitete Garrett als Schweinezüchter und Ziegelbrenner in New Mexico, wo er McCarty in einer Bar kennenlernte. Der neun Jahre jüngere McCarty und Garrett wurden in dieser Zeit Freunde. Später trennten sich die Wege der beiden: Garrett heiratete und wurde Vater von sieben Kindern; McCarty geriet mehr und mehr auf die schiefe Bahn.
Anfang 1880 wurde Garrett zum Sheriff gewählt. Mehrere Gesetzeshüter hatten bereits vergeblich versucht, den mittlerweile berüchtigten Billy the Kid dingfest zu machen. Garrett bekam den Auftrag und stellte Billy schließlich. Statt ihn einzusperren, gab er ihm sechs Wochen Zeit, um nach Mexiko zu flüchten. Billy weigerte sich, und so begann die Jagd auf ihn. Garrett verhaftete Billy am Tag vor dem Heiligen Abend 1880. Der wurde im April 1881 zum Tode verurteilt. Doch Billy gelang die Flucht. Garrett gab ihm abermals Gelegenheit, um nach Mexiko zu fliehen, und erneut weigerte sich der gunman.
Am 14. Juli 1881 erschoss der Sheriff Billy the Kid ohne Vorwarnung aus dem Hinterhalt. Wegen persönlicher Ablehnung vieler Bürger musste Garrett das Kopfgeld von 500 Dollar mithilfe eines Anwaltes erstreiten. Nach dem Mord wurde er von den Leuten immer mehr gemieden, daran änderte auch nichts, dass er mit „The Authentic Life of Billy, the Kid“ die populärste Biografie über Billy verfasste und ihn damit zu einem der bekanntesten Revolverhelden des Wilden Westens machte.
Billy war 1873 nach einer unsteten Jugend mit Mutter, älterem Bruder und Stiefvater nach New Mexico gekommen, trieb sich bald in Saloons herum und wurde in den „Rinderkrieg“ in der Region verwickelt. Billy wurde Spieler, Viehdieb und Mörder, weitere Morde schrieb man ihm zu – in Summe 21, von denen nur vier sicher auf sein Konto gingen. Zeitgenossen bezeichneten Billy als „brave, resourceful and honest boy“, der Opfer der Umstände wurde. „The Kid was a thousand times better and braver than any man hunting him, including Pat Garrett“, sagte sogar einer aus dem angeheuerten Deputy-Trupp.
All das gibt natürlich herrlichen Filmstoff ab, und die bemerkenswerteste Bearbeitung schuf Sam Peckinpah 1973 mit „Pat Garrett & Billy the Kid“ – nicht nur, weil darin drei bekannte MusikerInnen mitspielen: Kris Kristofferson, seine Frau Rita Coolidge und Bob Dylan, der auch die Filmmusik („Knockin‘ on Heaven’s Door“!) beisteuerte.

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