Apropos “Fremdgeh-Songs”: ER muss länger arbeiten, wieder mal, angeblich. SIE riecht den Braten und vertraut sich seinem besten Freund an. Von ihm fühlt sich die Vernachlässigte verstanden, geborgen, und sie gibt sich schließlich dem hin, der sich als „more than just a friend“ erweist.
Diese Geschichte besingt Kenny Rogers mit sexy-sonorer Stimme in seinem Hit „Daytime friends and nighttime lovers“, und das reimt er mit “Hoping no one else discovers / Where they go, what they do, in their secret hideaway”. Und weiter: “Daytime friends and nighttime lovers / They don’t want to hurt the others / So they love in the nighttime / And shake hands in the light of day.”
Tja, tagsüber freundlicher Small Talk und höchstens Händeschütteln und rituelles Bussi, abends/nachts jedoch eine Intimität, die kein Tageslicht verträgt… Auch wenn es wohl nur selten der beste Freund/die beste Freundin des Partners ist, auf den sich das Begehren richtet – Liebesgeheimnisse rund ums Fremdgehen, sei es nur angedacht oder ausgeführt, werden wohl Thema jeder längeren Beziehung und sind nicht erst seit Madame Bovary und Anna Karenina Thema der Weltliteratur. Wie viel Intimität mit Dritten verträgt eine Zweierbeziehung? Und warum macht es einen Unterschied, ob diese Intimität auch körperliche Facetten hat? Ist es nach einem Seitensprung besser zu „gestehen“ oder ist das nur eine letztlich bequeme Strategie, Verantwortung abzugeben? Vor solche Fragen wird wohl jedes Paar einmal gestellt. Und Geheimrezept gibt’s dazu keines, auch nicht von Kenny Rogers. Ich weiß, wovon ich rede; ich war 18 Jahre verheiratet. Und in einem guten halben Jahr, nach 13 Jahren Pause, werde ich wieder zum Ehemann.
Und den Geheimtipp steuert heute Robert GM. bei:
Weihnachten ist ja auch das Fest des Herbergs-Findens: Im Herzen Wiens versteckt sich das Hotel Orient – Tiefer Graben 30. Es bietet Zimmer für drei Stunden und auch für die ganze Nacht. „Diskretion ist eine der beiden Kerntugenden im Hotel Orient; Sauberkeit die andere.“ Das „Orient“ rühmt sich ein Ort zu sein, „an dem Sehnsüchte gestillt und wieder neu entfacht werden, ein ums andre Mal“.