Adventmail 2017/20 (Thema Geheimnisse)

Im Internet gibt’s Listen wie „53 Songs About Secrets and Keeping Secrets“ oder „The Best Songs with Secrets in the Title”. Fallen euch einige Beispiele ein?
Vielleicht den Beatles-Song aus ihrer Anfangszeit “Do you want to know a secret?”, der trotz reichlich banalem Text einige für Fab-Four-Fans interessante secrets birgt: John Lennon komponierte es 1962 unter dem Eindruck eines Liedes aus dem Disney-Film „Snow White and the seven dwarfs“, das ihm seine Mutter Julia als Kind vorgesungen hatte. Veröffentlicht wurde der Song auf dem Premierealbum „Please Please Me“ wie üblich unter Lennon/McCartney, gesungen wurde es aber von George Harrison, weil – wie John in einem Interview 1980 sagte – “it only had three notes and he wasn’t the best singer in the world”. Den US-Fans war’s egal, dort erreichte die Single-Auskoppelung 1964 Platz 2 der Billboard Charts – Harrisons erster Top-Ten-Song als Leadsänger. Erst 1969 konnte er das mit seinem Number One Hit „Something“ toppen – einem viel besseren Lied als „Do you… ?“.
Bekannt ist auch „Secret Love“ von den Bee Gees, weniger schon „Secrets“ von Tears For Fears, „In My Secret Life“ des altersweisen Leonhard Cohen oder das Seal-Video „Secret“, in dem er mit seiner damaligen Frau, der Schreckschraube Heidi Klum, nackt kuschelt. Im Radio viel gespielt wurden auch die Fremdgeh-Balladen „Daytime Friends and Nighttime Lovers“ von Kenny Rogers und „Me and Mrs. Jones“ von Billy Paul; zurecht vergessen wurden „ Secret Journey“ von The Police oder „A Saucerful of Secrets“ von Pink Floyd. Eine Entdeckung wert ist dagegen die Interpretation des American-Songbook-Klassikers „Secret love“ durch die blinde US-Jazzsängerin Diane Schuur.
Ein Nummer-eins-Hit in mehreren Ländern wurde Madonnas „Secret“, veröffentlicht als Single aus dem Album „Bedtime Stories“ (1994), einer Phase, als sich Madonna als lasziver Vamp inszenierte und sich in Videos so provokant „brüstete“, dass es viele Männer „schwanzte“. Und dazu ein persönliches secret: Über die „Namenskollegin“ der Gottesmutter schrieb ich Anfang der 90er-Jahre (noch vor ihrem Meisterwerk „Ray of Light“) ein durchaus wertschätzendes Porträt für die damalige Huch-kirchenkritisch!-Monatszeitung „Kirche intern“. Die Mitarbeit dort hätte – in der Ära Groer – fast verhindert, dass ich Kathpress-Redakteur werde.

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