Adventmail 2017/16 (Thema Geheimnisse)

Von Wurmlöchern bekam ich zum ersten Mal etwas mit, als ich mich an Flipperautomaten versuchte. Ohne zu verstehen, was das überhaupt sein soll. Nicht dass ich das jetzt behaupten würde, wo ich das als astronomisches Phänomen (das immerhin schon vor 82 Jahren von Albert Einstein und Nathan Rosen erstmals beschrieben wurde) zuzuordnen weiß.
Der Begriff „Wormhole“ wurde 1957 vom US-Physiker John Archibald Wheeler geprägt; er stellte eine Analogie zwischen der gekrümmten Raumzeit und der Theorie, dass räumliche und zeitliche Distanzen im Weltall „abkürzbar“ sind, und einem Wurm her, der sich durch einen Apfel hindurchfrisst.
Anschaulich, wenn auch einem begrenzten Geist wie meinem nicht verständlich, wurden Wurmlöcher in dem sehenswerten Science-Fiction-Film „Interstellar“ gemacht, in dem der Astronaut Cooper (Matthew McConaughey) seiner inzwischen zur Greisin gewordenen Tochter Murphy (Jessica Chastain) nach einer Reise durch ein Wurmloch wieder begegnet. Und das sei nicht nur ein bloßes Hirngespinst, hieß es: Wissenschaftlicher Berater bei dem Filmprojekt war Kip Thorne, ein US-Wissenschaftler und Schüler von John Archibald Wheeler.
Ehrlich gesagt, ich schnall schon nicht, dass der bis ins 19. Jahrhundert unhinterfragte physikalische Raum unserer Alltagserfahrung durch Einstein und Co. durch eine vierdimensionale „Raumzeit“ abgelöst wurde, und auch nicht, dass die gigantischen Distanzen im All durch experimentell noch gar nicht bewiesene, jedenfalls aber instabile Wurmlöcher überwindbar sein könnten. Ein tiefes Geheimnis bleibt wohl nicht nur für mich die unbestrittene Tatsache, dass das Universum rund 14 Milliarden Jahre alt ist und sich seit dem Urknall in wahnwitziger Geschwindigkeit ausdehnt: Die entferntesten Objekte, deren Licht wir heute wahrnehmen können, befanden sich zu der Zeit, als sie dieses Licht aussandten, in einer Entfernung von 40 Millionen Lichtjahren zur Erde (die Entfernung zwischen Erde und Mond beträgt ungefähr 1,3 Lichtsekunden). Heute trennen uns von diesen Objekten 46,6 Milliarden Lichtjahre.
Und das größte Geheimnis von allen: Wer schuf das alles, und zu welchem Ende?

Geheimtipp Isolde: Ganz, ganz hinten, im Dreiländereck Italien Österreich und Schweiz liegt in einem (fast geheimen) Tal eine wunderbare Hütte, das Hohenzollernhaus. Vom nächstgelegenen Ort Pfunds aus sind es fast 10 km in das Tal hinein (keine Angst, ein großer Teil davon kann gefahren werden). Dann eine nette Wanderung einem Wasserfall entlang auf eine Anhöhe. Dort thront das Hohenzollernhaus mit Blick über das Radurschltal mit seinen ausgedehnten, hoch hinaufreichenden Zirbenwäldern, Mooren, Bergwiesen….. Ein Geheimtipp auf für Wanderer und Bergsteiger. Z.B. lässt sich von dort aus auch der Glockturm mit seinen 3355 m besteigen.

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