Als die Nazis die Kommunisten holten (Martin Niemöller)
“Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Gewerkschafter.
(Als sie die Juden holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Jude.)
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr, der protestierte.”
Martin Niemöller (1892-1984) war deutscher evangelischer Theologe und Widerständler der „Bekennenden Kirche“, den die Nazis in verschiedene KZ steckten. Ich schätze dieses sein Plädoyer für Zivilcourage und Unbeugsamkeit, das er selbst nach dem Krieg öfters zitierte. In der ursprünglichen Version kommt die Strophe mit den Juden noch nicht vor. Niemöller hat sie später selbst hinzugefügt – vielleicht, weil er sich für seinen eigenen Antisemitismus schämte. Hatte er doch 1935 in einer Predigt von den Juden als „hochbegabtem“, wenn auch betrügerischem Volk gesprochen, „das Ideen über Ideen hervorbringt, um die Welt damit zu beglücken; aber was es auch beginnt, verwandelt sich in Gift“.
Niemöller hat dazugelernt, er wurde einer der konsequentesten Pazifisten der deutschen Wiederaufbauzeit – auch wenn er mit dem Staat Israel nichts anfangen konnte und wollte.