am schlossberg im märz (Robert ME)
himmelverschlüsselter
duft an den ufern meines ganges
lässt nasenflügel schlagen
krokusbunt ist das muster des sauerstoffs
tannenzweigstellen minutenlanger ewigkeit
wind und spatzen liebespaaren sich darauf
aussichtsvoll
und wie der zerlassene schnee
befreit von schmutziger vergangenheit
bin ich
winterpelz und regenhaut sind ausgezogen
die sonnenfinger berühren mich nackt
Es war am Grazer Schlossberg an einem der ersten sonnigen Frühlingstage. Ich hatte ein Notizbuch mit und schrieb diese Zeilen – ungewöhnlich für mich sonst zuhause im Bett Sinnierenden und Formulierenden – gleich dort hinein. Später feilte ich wohl noch daran, ich weiß es nicht mehr. Es ist so eine Art komprimierter Osterspaziergang aus Goethes Faust 1: Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein.