Liebe AdventmailbezieherInnen!
Es gab eine Zeit, da las ich Gedichte.
Ja, mehr noch: Es gab eine Zeit, da schrieb ich Gedichte.
Darauf möchte ich in journalistische Zwecksprache Abgeglittener heuer in meinen Adventmails zurückkommen und euch AdressatInnen ermutigen, euch mit Poesie, mit Lyrik zu beschäftigen – zumindest die paar Minuten am Tag, die das Lesen der 24 Mails erfordert.
Vor 40 Jahren begann ich Germanistik zu studieren, schon davor und erst recht währenddessen versuchte ich mich als Dichter und hatte in Graz auch einige öffentliche Auftritte in dieser Funktion. Der Ertrag dieser Zeit liegt mittlerweile gut verwahrt in Ordnern, die schon vor meiner Übersiedlung zu Claudia vor einem Jahr lange Zeit unbeachtet herumstanden.
In Bananenschachteln verpackt hatte ich auch Lyrikbände von SprachkünstlerInnen wie Bachmann, Fried, Enzensberger, Domin, Gernhardt, Hesse, Marti oder Kunze, deren Verse mir viel bedeute(te)n. Einige möchte ich heuer im Advent vorstellen und kühn mit eigenen sowie mit erläuternden Anmerkungen ergänzen.
Ich weiß schon: Gedichtbände sind heutzutage Ladenhüter und auch Ihr MailbezieherInnen lest mehrheitlich sicher lieber Krimis als Lyrik. Dennoch möchte ich Euch Lyrik ans Herz legen, denn
1. bin ich seit September 60 und blicke aus diesem Anlass gerne zurück auf das, was mich bereichert hat
2. trauere ich angesichts all der journalistischen Handwerksarbeit in meinem Alltag über den Verlust an sprachlich verdichteten, Augen und Herz öffnenden VorLieben
3. finde ich, die von 1. bis 24. Dezember verbreiteten Zeilen sind es wert, (wieder)entdeckt zu werden.
Wenn mir jemand von euch eigene lyrische Genüsse/Ergüsse übermitteln möchte, freue ich mich.
Einen Advent voll von Poesiemomenten in jeder Hinsicht wünscht euch
Robert