Krankheit hat viele Ursachen, und für das deutsche „krank“ gibt es viele Wörter mit unterschiedlichen Wortstämmen. Im Englischen sind das „sick“ und „ill“, ganz andere Wurzeln hat das französische „malade“ oder das spanische „enfermo“.
Das Wort „krank“ hieß im Althochdeutschen, also vor 1.300 Jahren, schon so und bedeutete „hinfällig, schwach“. Aber erst nach der mittelhochdeutschen Zeit (zwischen 1050 und 1350) ersetzte „krank“ das bis dahin vorherrschende „siech“ mit derselben Bedeutung. Das wiederum hat dieselbe Herkunft wie engl. „sick“. Dagegen kommt „ill“ wohl vom Altnordischen “illr” (evil, difficult).
Im Österreichischen ist manchmal noch das etwas aus der Mode gekommene „marod“ zu hören, mit der Bedeutung: nicht ernsthaft krank, aber doch etwas. Dieses Wort geht wohl auf frz. „maraud“ (Lump, umherziehender Bettler) und den Dreißigjährigen Krieg zurück, als hinter der Truppe zurückgebliebene Soldaten als „marodierende“ Räuber und Plünderer berüchtigt waren. Ebenfalls unüblich geworden ist „unpässlich“; es kommt von „passen“ = angemessen, gelegen sein, und wird wohl nur mehr von LeserInnen von Literatur aus dem 19. Jht. scherzhaft verwendet, um Unwohlsein auszudrücken. Oder: keine Lust auf Sex.
Lateinischen Ursprungs ist „malade“, es ist hervorgegangen aus „male habitus“, das wörtlich „schlecht gehalten“ bedeutet. Gleiches gilt für „enfermo“, das auf lat. „infirmus“ („schwach, kraftlos“) zurückgeht.
Das längst nicht mehr lebendige Latein beherrscht weiterhin die Medizin, ja, mit deren Wissenschaftswerdung hat sich das sogar noch verstärkt und historische Krankheitsbezeichnungen* wie Zipperlein, Rotlauf, Nervenfieber, Fallsucht oder Gallsucht finden sich fast nur mehr in alten Romanen.
*damit Ihr das nicht alles googeln müsst, gibt’s morgen eine Fußnote mit den „Auflösungen“