Es wird eine Zeit kommen, da wir wieder ohne grünen Pass die Gastronomie nutzen können. Deshalb bat ich zum Thema „Verlangen nach Essen“ einige von euch um Restauranttipps – in Wien und anderswo. Lest, sucht aus und kehrt ein, sobald es wieder möglich ist. Prost Mahlzeit!
Sabine, Angestellte der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO) in Wien schrieb: Wer in Wien gut essen gehen will, sollte unbedingt ins „Ströck Feierabend“ (https://feierabend.stroeck.at) gehen. Tolles Frühstück! Kleine, aber sehr gute Mittag-/Abendkarte mit ausgewählten Produkten. Vom Brot brauche ich gar nicht zu reden. Im Feierabend gibt es Spezialbrote, die einfach köstlich sind.
Tomas, Leiter des Literaturhauses Salzburg, Cousin: ESSEN, WAS AUF DEN TISCH KOMMT… In der Mozartstadt kann man nicht nur musikalisch weit reisen, sondern auch kulinarisch … Das erste Mal, als ich das „ISTRA“ (www.istra.at) im künstlerischen Andräviertel nahe der Linzergasse in der rechten Altstadt besuchte, wurde uns ein Platz im gemütlichen Inneren zugewiesen – und niemand fragte nach der Bestellung. Doch plötzlich stand eine köstliche Fischplatte, Brot, Wasser und Wein auf dem Tisch. Mahlzeit! Inzwischen, nach mehreren Besuchen, weiß ich: Eine klassische Speisekarte gibt in dieser Konoba nicht – wozu auch? HIER ISST MAN FISCH, HIER TRINKT MAN WEIN, lautet das Motto des kroatischen Restaurants. Das reicht vollkommen. Und im Sommer gibt es auch ein paar Plätze an der Straße. Reservierung empfohlen!
Susi, Sozialarbeiterin aus Breitenfurt/NÖ: „Mein Lieblingslokal für besondere Anlässe (oder zumindest nicht für ‚zwischendurch‘ – wg der Geldbörse) ist das „Schreiners“ in der Wiener Westbahnstraße (http://www.schreiners.cc/index_full.php): Warum? Es passt alles – gute Qualität beim Essen (die besten Spinatködel), Speisekarte wird auf einer Tafel von dem/r KellnerIn präsentiert, österr. Küche mit regionalen Produkten, der schönste Innenhof/Gastgarten mitten in der Stadt, innen gemütliches Wirtshaus. Auf gut Glück ohne Reservierung hinzugehen ist leider von der Chance her wie ein Lottogewinn. Nur Barzahlung möglich.
Für zwischendurch oder die kleinere Geldbörse ein Wiener Wirtshaus im 15. Bezirk: „Gasthaus Quell“ (http://www.gasthausquell.at/) – große Portionen, fleischlastig, Cerna Hora (!), wirklich alte Wirtshausstube, sehr „gemischte“ Gäste – im Sommer ein paar Tische im Freien neben der Kirche.
Oder im 11.Bezirk: „Gasthaus Stern“ (www.gasthausstern.at) – „gehobenere“ gute Wiener Küche – adaptierte, „elegante“ Wirtshausstube – haben einen Gastgarten- ist ok (im Innenhof, umgeben von höheren Wohnhäusern).
Isolde, Biologin in Innsbruck: Wohin du unbedingt essen gehen solltest, wenn du in Tirol gleichzeitig auf den Berg gehen willst: Da viele Tiroler_innen viel auf Bergen unterwegs sind (so viel ebene Flächen haben wir ja auch nicht), ein Tipp für eine Hütte mit netter Familienwanderung, Schitour, Einkehren… und natürlich gutem Essen ist die „Untermarkter Alm“ (www.ualm.at/de/huette/willkommen/) in Hoch Imst. Besonders das Frühstück ist sehr empfehlenswert, aber auch sonst das Essen, samt Weinkarte. Hinunter gehts entweder mit dem Alpine Coster, zu Fuß, mit dem Lift, der Rodel, den Schi, dem Radl…. Und wer bleiben will: Zimmer gibts auch.
Andreas, Regionalleiter Region Süd im BBRZ Österreich, Bruder: Meine berufliche Tätigkeit lässt mich viel in Österreich herumkommen. Wenn es irgendwie geht, versuche ich berufliche Termine mit gutem Essen zu kombinieren. Über die Jahre haben sich so einige Stammlokale herauskristallisiert, die einem in der Fremde nicht nur Kulinarik, sondern auch ein kleines Stück Vertrautheit bieten können. Plätze, wo man sich auch alleine nie allein fühlen würde. Ich möchte hier Lokale in vier Städten anführen, die ich wirklich liebe.
Immer wieder führen mich Dienstreisen nach Innsbruck. Dort gibt es zwei gastronomische Highlights für mich, die ich uneingeschränkt empfehlen kann: der „Gasthof Lamm“ (www.lamm-innsbruck.at) besticht durch eine wunderbare Weinkarte und eine kreative Speisekarte, basierend auf regionalen Produkten. Die Tatsache, dass der Besitzer noch ein Reggae-Internetradio nebenbei betreibt, mag zur tollen entspannten Atmosphäre im Lokal betragen. Wer Fisch liebt muss ins „Fischiff“ (https://fruchthof.at/restaurant-fischiff). Beste Fischsuppe, frische Zutaten und Südtiroler Weißwein lassen den Gaumen regelrecht frohlocken.
In Linz führt mich der Weg nach der Arbeit öfters in die wohl beste Cocktailbarszene des Landes auf engstem Raum. Kompetente BarkeeperInnen in der „Easy Bar“ (www.cocktailbareasy.at) und der „Frau Dietrich“ (www.frau-dietrich.at) kredenzen Eigenkreationen abseits jeglicher Karte. Da fällt es einem schwer, nach drei Getränken einen Schlusspunkt zu setzen.
In Wien nächtige ich öfters in der Nähe des Karlsplatzes, wohl auch, weil ich in der Früh nicht auf ein traditionelles Schnittlauchbrot im Cafe Museum (www.cafemuseum.at) verzichten mag und am Abend (immer noch) gerne ins „Vietthao“ (https://speisekarte.menu/restaurants/wien-1/vietthao) gehe. Ach, knuspriger Schweinebauch, alleine der Gedanke an dich lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen …
Wer in Graz Zwischenstopp macht, dem sei neben den Angeboten am Lendplatz, die man an sonnigen Tagen alle uneingeschränkt empfehlen kann, noch „Die Amsel“ (www.dieamsel.at) ans Herz gelegt. Wirtin Barbara Musek vermittelt ab der ersten Sekunde das Gefühl, sich hier wohlzufühlen.