“Es gibt ja immer wieder Bereiche, bei denen man der Zukunft mit Sorge entgegenblickt. Ich lege Ihnen ein paar Bereiche vor, bitte geben Sie zu jedem Bereich an, ob Sie da dem kommenden Jahr 2021 mit großer Sorge entgegenblicken, mit etwas Sorge oder ohne Sorge.” Diese Umfrage im Auftrag des „Standard“ wurde im Advent letzten Jahres 809 repräsentativ ausgewählten ÖsterreicherInnen über 16 Jahren gestellt. Es zeigte sich, dass im ersten Corona-Jahr nicht Gesundheit oder aber der Klimawandel die größte Besorgnis auslöste, sondern Wirtschafts- und Verteilungsthemen: Jeweils knapp die Hälfte der Befragten befürchteten ein Sparpaket aufgrund der hohen Staatsausgaben bzw. eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Österreich. Knapp dahinter mit 46 % „große Sorge“-Nennungen die Angst vor Steuererhöhungen.
Ob die Integration ausländischer MitbürgerInnen gelingt (38 %), lag in dieser Sorgeliste noch vor möglichen unerwünschten Nebenwirkungen einer (damals noch gar nicht verfügbaren) Covid-Impfung (36 %). Nur etwas mehr als ein Drittel äußerte Sorge über ausreichende Maßnahmen gegen die Erderwärmung.
Unter „ferner liefen“ im Ranking mit jeweils zwischen 10 und 12 % Nennungen die auf den persönlichen Lebensbereich bezogenen Antwortangebote: „Ob ich in meiner Arbeit Erfolg haben werde“, „ob ich genügend Zeit für meine Familie habe“, „ausreichend Zeit für Hobbys und Interessen“ und „ob meine Beziehung/Ehe glücklich verläuft“ … – allesamt Themen, die nur wenigen Sorge bereiten. Das deckt sich mit vielen anderen Studien (und auch meiner eigenen Befindlichkeit), die in Bezug auf Persönliches immer deutlich mehr Optimismus belegen als auf gesellschaftliche, politische oder globale Themen.
Meine Sorge Nummer 1: die Umweltzerstörung, die im Unterschied zu Corona viel zu allmählich geschieht, als dass wirklich mutige, einschneidende Gegenmaßnahmen gesetzt werden. Gänzlich unrepräsentativ ein Blick auf meine nachfolgenden Generationen: Mein jüngster Sohn Fabian (25) nennt die Gesundheit seiner Liebsten als größte Zukunftssorge, meinem ältesten Enkel Gabriel (bald 9, soeben Covid-genesen) fällt auch nach längerem Nachdenken nichts ein, was ihm ernsthaft Sorgen bereitete – oh selige Kindheit!
Größer angelegt war eine im Oktober 2020 veröffentlichte Umfrage darüber, wovor Menschen in 142 Ländern Angst haben.
Unter einer großen Sorgenlast stand ein berühmter österreichischer Entertainer, zumindest, wenn man diesem Lied Glauben schenkt…