Adventmail 2022/05 (Reisen)

Heute eine Rarität zum Thema “Wanderlust”: Dieser Germanismus steht in der englischen Sprache für „Reiselust“ bzw. „Fernweh“, und so hat Ex-Beatle Paul McCartney einen von George Martin produzierten Song auf seinem Soloalbum “Tug of War” (1982) genannt.
Das hübsche, eingängige Lied geht auf eine persönliche Erfahrung McCartneys bei Plattenaufnahmen auf den Virgin Islands zurück. Dort geriet er in Streit mit dem Kapitän eines Bootes, auf dem er Passagier war. Dieser sei ein unguter Machotyp gewesen, berichtet der begnadete Songwriter im Buch “Listen to what the man said – Paul McCartney und seine Songs” (1993). Im Hafen sei ein anderes Boot mit Namen “Wanderlust” vor Anker gelegen, und dies habe Paul dazu inspiriert, einen Song über die Flucht vor Ärger und die Sehnsucht nach Freiheit zu schreiben.
Was Paul lieber nicht erzählte, lässt uns John Blaney in seinem Buch ”Lennon and McCartney. Together Alone. A Critical Discography of Their Solo Work” (2007) wissen: Es ging bei dem Streit mit dem Kapitän um die Frage, ob Besitz bzw. Konsum von Marihuana an Bord erlaubt bzw. geduldet ist. Paul hatte davor schon in Japan und in den USA Zores wegen des Besitzes weicher Drogen gehabt. Damit wird auch die Songzeile “What petty crime was I found guilty of?” („Welches kleinlichen Vergehens wurde ich schuldig befunden?“) verständlich. Also: “Light out, Wanderlust, help us to be free…”
Im YouTube-Video (https://www.youtube.com/watch?v=Od5JgUOZYEc) sieht man neben Paul und George Martin einen coolen Ringo Starr mit Sonnenbrille an den Drums.

Küstenlandschaft auf Teneriffa

Und hier zwei Reisewitze als Nikologeschenke:
Ein Bauer aus dem Waldviertel hat eine Reise nach Paris gewonnen. Da der Hof sehr einsam liegt, fährt ihn sein Sohn mit dem Traktor ins nächste Dorf zur Bushaltestelle. Von dort geht es mit dem Bus nach Horn. Dann mit dem Bummelzug nach Wien. Dort steigt der Bauer in den Nightjet, der ihn tatsächlich nach Paris bringt.
Der Bauer schaut sich Paris an und ist begeistert. Nach vier Tagen geht es wieder heim. Erst mit dem Nightjet nach Wien, von dort mit dem Bummelzug nach Horn, weiter mit dem Bus ins Heimatdorf, wo ihn sein Sohn mit dem Traktor abholt.
Am nächsten Abend geht der Bauer zu seinem Stammtisch im Dorfwirtshaus. „Na, wia wor’s in Paris?“, wollen die Freunde wissen. „Scho schön, nua a wengl obgelegn is’s hoit.“
*
Karin erzählt der Familie von ihrem Urlaub in Afrika. Sie zeigt mit beiden Händen, wie groß dort die Bananen sind. Da meldet sich der schwerhörige Opa zu Wort. „Ist ja alles schön und gut, Karin, aber kann er dich auch ernähren?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert