Rilkes „Panther“ würde als eines der berühmtesten Tiergedichte gut in diese Serie passen. Doch es war für viele von uns Schullektüre und es ist traurig. So traurig, „als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt“.
Lieber was Lustig-Gereimtes zum Thema Tiere. Von drei Meistern der deutschen Sprache.
Christian Morgenstern: Möwenlied
Die Möwen sehen alle aus,
als ob sie Emma hießen.
Sie tragen einen weißen Flaus
und sind mit Schrot zu schießen.
Ich schieße keine Möwe tot,
Ich laß sie lieber leben –
und füttre sie mit Roggenbrot
und rötlichen Zibeben.
O Mensch, du wirst nie nebenbei
der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest, sei
zufrieden, ihr zu gleichen.
Joachim Ringelnatz Die Ameisen
In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Rest der Reise.
So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.
Heinz Erhard: Der Guck-Guck
Der Guck-Guck ist ein Vogeltier,
das weiß man ganz genau.
Kommt er jedoch als Hund zur Welt,
so nennt man ihn Schau-Schau.