Adventmail 2024/04 (Farben)

„Das Fräulein stand am Meere / Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre / Der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! sein Sie munter, / Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter / Und kehrt von hinten zurück.“

Das dichtete Heinrich Heine (1797-1856), nachdem er seine romantische Phase mit einem kräftigen Schuss Ironie hinter sich gelassen hatte. Er karikiert die idyllisierende Betrachtung eines allbekannten Naturgeschehens und parodiert Motive, die in der Romantik von zentraler Bedeutung waren; der Sonnenuntergang stand für den Übergang vom Endlichen in das Unendliche.
Ich spotte ja auch gern, aber bei Sonnenuntergängen fehlt mir jeder Hang zum lapidaren „so what?!“ Wie oft stand ich schon am Meere – nein, ich saß eher – und sah dem uns allen Leben schenkenden Feuerball beim vermeintlichen Ins-Wasser-Eintauchen zu, immer wieder von Neuem begeistert vom himmlischen Farbenspiel.
Ich hab mein Fotoarchiv nach Sonnenuntergängen durchforstet und stelle hiermit meine schönsten (No-filter-)Fotos ins heutige Adventkästchen…

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