Jodie Foster, die schon als Halbwüchsige in “Taxi Driver” und Bugsy Malone” zum Star wurde, spricht ausgezeichnet Französisch. Kein Wunder, denn die 1962 Geborene schloss in den 1970ern das zweisprachige Lycée Français in Los Angeles als Jahrgangsbeste ab. Und in “Paris Murder Mystery” von Rebecca Zlotowski hat die zweifache Oscar-Gewinnerin als in Paris ordinierende US-Psychiaterin Lilian Steiner reichlich Gelegenheit dazu. Ihren Eigentlich-nicht-mehr-und-dann-doch-wieder-Ehemann spielt Daniel Auteuil, und mit Mathieu Amalric als vermeintlicher Mörder ist ein zweiter französischer Filmstar dabei.
Vier Kinomittwoch-Cineast:innen rätselten nach dem Ende des Streifens darüber, was denn nun der Inhalt gewesen sei. “Ein sich eigenwillig zwischen Krimi, Komödie und Mystery verordnender Film, dessen Erzählstränge sich immer wieder als lose erweisen oder im Sande verlaufen”, zeigt sich auch der Filmdienst etwas irritiert. Wir einigten uns schließlich auf den Wachstumsprozess einer etwas zwanghaften, rationalistischen Psychiaterin, die über einige Umwege zu ihrem Partner zurückfindet, ihr gespanntes Verhältnis zu ihrem Sohn korrigiert und fortan auch relaxter ihr Metier betreibt. Ihr Verdacht, dass eine durch Suizid verstorbene Klientin ermordet wurde – durch die Tochter? Oder den Ehemann? – erweist sich als Sackgasse. Die Schnitzeljagd mit verschiedenen Hinweisen ist zumindest über weite Strecken unterhaltsam, in manchen Situationen witzig. Etwas verschroben wirkt eine durch eine Hypnotiseurin angeregte Phantasiereise der anfangs skeptischen Psychiaterin, die diese in ein früheres Leben als lesbische Nazi-Bedrohte versetzt. Der deutsche Titel “Paris Murder Mystery” (im Original “Vie privée”) führt dann doch etwas in die Irre.