„Father Mother Sister Brother“ (Jim Jarmusch, USA 2025) ***

Vom so un-US-amerikanischen Arthouse-Regisseur Jim Jarmusch sah ich schon etliche Filme – und ehrlich, „Down by Law“, „Dead Man“, „Paterson“ oder „Ghost Dog“ sind um Längen besser als sein jüngster Streifen, das bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnetes Episoden-Triptychon rund um „the secret life of parents“. Und das trotz großartiger Schauspieler:innen wie Cate Blanchett, Adam Driver, Charlotte Rampling oder Tom Waits.
Jarmusch erzählt drei verschiedene Geschichten. In New Jersey besucht ein Geschwisterpaar den verwitweten, vermeintlich durch Armut und Verwahrlosung gefährdeten Vater. Ähnliches So-tun-als-ob erleben zwei sehr unterschiedliche Schwestern mit ihrer großbürgerlichen Mutter in Dublin; und in der dritten Episode gehen Zwillinge nach dem Unfalltod der Eltern in Paris auf deren Spuren. Die beiden Besuche zeigen, dass man einander nicht viel zu sagen hat und vieles nach langen, peinlichen Sprechpausen ungesagt bleibt. Die Waisenzwillinge zuletzt dagegen stehen sich nahe, kommen aber drauf, dass ihre toten Eltern in mancher Hinsicht ein Doppelleben führten. Verschränkt sind die drei Episoden nur durch Leitmotive wie Skater auf der Straße, Toasts mit Wasser, PG Tipps Tee und Kaffee oder der englischen Floskel „Bob’s your uncle“ (dt. etwa: „Und mehr ist nicht zu sagen!“).
All das ist bei Jarmusch demaskierend und unaufgeregt zugleich, die Dialoge sind – außer bei der letzten Episode – banal, manchmal mit Humor, ohne jede Dramatik. Was daran ist erzählenswert? Wo ergibt sich ein Bogen, wo schließt er sich? Diese Fragen bleiben, „ohne dass der Film sich zum stimmigen Ganzen runden würde“, wie es im stets präzisen „Filmdienst“ heißt.

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