Adventmail 2025/11 (Anfang/Ende)

Wo begann Anfang? Und womit wurde Ende nicht fertig?

Es gibt Familiennamen, die passen wie die Faust aufs Auge zum diesjährigen Adventmailthema. Zum Beispiel Markus Anfang, 1974 in Köln geborener Fußballspieler und jetzt -trainer. Er spielte zuerst beim TSV Bayer Dormagen, trainiert von seinem Vater. Als aktiver Kicker war er von 1998 bis 2002 beim FC Tirol Innsbruck engagiert und wurde mit Teamkollegen wie Michi Baur, Radoslaw Gilewicz, Robert Ibertsberger oder Alfred Hörtnagl dreimal Meister unter den Trainern Kurt Jara und Jogi Löw. Nach dem Konkurs des Tiroler Klubs wechselte Anfang zum 1. FC Kaiserslautern, mit dem er 2003 im Finale des DFB-Pokals dem FC Bayern München unterlag. Es folgten Stationen bei weniger prominenten Klubs und 2008/09 nochmal ein kurzes Gastspiel beim FC Wacker Innsbruck.

Spannend finde ich, dass der Nachname „Anfang“ in Nordamerika und Europa gar nicht so selten ist. Er könnte ursprünglich ein Spitzname für jemanden gewesen sein, der mit Neuanfängen oder vielleicht einer bedeutenden Veränderung in Verbindung gebracht wurde.

Von Michael Ende (der Name geht auf jemanden zurück, der am Ende einer Siedlung oder Straße lebt https://dieherkunft.com/ende) dürften schon mehr von euch gehört und gelesen haben. Ich z.B. verschlang den Welterfolg „Momo“ (1973), meinen Söhnen las ich „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (1960) vor. Geboren wurde Michael Ende 1929 in Garmisch. Sein Vater, ein Maler, wurde von den Nazis wegen „entarteter Kunst“ schikaniert, was erklärt, dass der 15-jährige Michael 1945 wenige Wochen vor Kriegsende seinen Stellungsbefehl zerriss und sich einer Widerstandsbewegung anschloss. Nach Anfängen als Schauspieler und Filmkritiker wurde er durch den Bestseller „Jim Knopf…“ finanziell unabhängig.

Interessant, wie Ende den Beginn dieses Buches schilderte: „Das Land, in dem Lukas der Lokomotivführer lebte, war nur sehr klein. Das war der erste Satz, und ich hatte nicht die geringste Vorstellung, wie der zweite heißen würde… Ich ließ mich einfach ganz absichtslos von einem Satz zum anderen, von einem Einfall zum nächsten führen. So entdeckte ich das Schreiben als ein Abenteuer. Die Geschichte wuchs und wuchs, immer mehr Gestalten stellten sich ein, Handlungsfäden begannen zu meinem eigenen Erstaunen sich durcheinander zu weben.“

Na, wenn’s so leicht ist, probiere ich das auch mal. Unendlich wird die Geschichte ja wohl nicht werden: „Wo begann Anfang? Und womit wurde Ende nicht fertig? …“ Geht doch…

Ach ja: Endes letzte Arbeit nach seiner Krebsdiagnose und vor seinem Tod im August 1995 war das Libretto zu „Mamonella oder der Geist in der Flasche“. Es blieb unvollendet.

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