In der Tradition österreichischer Filmdokus über Missstände in Natur und (Arbeits)Welt durch Regisseure wie Nikolaus Geyrhalter, Erwin Wagenhofer und den früh verstorbenen Michael Glawogger begab sich der bereits 71-jährige Salzburger Othmar Schmiderer auf eine Recherchereise rund um die Welt. Im Fokus stehen gefährdete oder gesundende Ökosysteme inmitten einer auf Ausbeutung ausgerichteten Welt: Bodenbehandlung auf einem österreichischen Bergbauernhof, Revitalisierung eines toten Forstes in Thüringen, schwimmende Beete in Bangladesch oder Wiederbepflanzung in Chinas Wüstenregionen geben Hoffnung auf eine ökologische Wende, der Blick ins auch durch den Krieg höchst gefährdete Donaudelta zwischen Rumänien und der Ukraine oder in die quallenverseuchte Adria viel weniger.
Am verblüffendsten für mich waren die Erläuterungen über die faszinierende Welt der Pilze und Myzele und sich dabei ergebende Möglichkeiten für zukünftiges Bauen und Sich-Kleiden. Verleiher Filmladen über den am 5. Dezember in den Kinos startenden Schmiderer-Streifen: „Nicht dystopische Zukunftsvisionen stehen im Mittelpunkt, sondern ein neues Bewusstsein und neue, konkrete Möglichkeiten, die sich der Menschheit bieten, wenn verstrickte Lebensformen und vergessene Allianzen die Grundlage des Umgangs mit der Natur sind.“
Stimmt, dachte ich nach der Presse-Preview. Aber warum Kino und keine mindestens so brauchbare arte-Doku?