10 Sekunden Crowdsurfen
Ich hatte ein tolles Erlebnis, als ich diesen Sommer beim ‚Two Days A Week‘-Festival in Wiesen war. Spätabends, es spielten gerade die ‚Kings of Leon‘ – eine großartige amerikanische Rockband – und ich war ziemlich weit vorne in der Menge. Die Stimmung war atemberaubend, und ich selbst gebadet in Schweiß und gefüllt mit Bier.
Das einzig nervige war, dass man ständig aufpassen musste, nicht plötzlich einen Schuh im Gesicht zu haben. Denn überall wanderten ‚Crowdsurfer‘ durch die Menge, also Leute, die sich auf den Armen der anderen nach vorne tragen ließen (oder wieder fallengelassen wurden).
Doch ich kann ihnen nachträglich nicht böse sein – denn auch ich durfte ihre Erfahrungen teilen. Ich hörte ihn nur jemanden sagen: „Willst du auch mal?“, und im selben Moment wurde ich gepackt und in die Lüfte gehoben. Obwohl nachher noch Franz Ferdinand, die beste Band auf dem Festival, spielten, waren diese 10 Sekunden, in denen ich über den Köpfen schwebte und von zig Armen bis hinter die vordere Absperrung zu den Securities gereicht wurde, die denkwürdigsten des Abends. Und ein Ereignis, das mich in der kalten Weihnachtszeit an das unbeschwerte Glück des Sommers zurückerinnert.
Gregor, 17, Schüler