Adventmail 2004/11 (Glücksmomente)

„Dickes Stolzseinbussi!“
Bis heute habe ich jene SMS nicht gelöscht, die mir meine 19jährige Tochter am 4. Februar von Wien nach Kaprun geschickt hat, wo ich mit Freunden Schi fahren war.
Ich hatte seit allzu jugendlichen Tagen nicht über-, aber regelmäßig geraucht – abgesehen von den paar Jahren zwischen Schwangerschaft und Kindergartenalter meiner beiden Prachtstücke. So sehr ich den blauen Dunst auch von ihnen fernzuhalten trachtete (Rauchen unter der Dunstabzugshaube, auf der Terrasse, am Gang …), so vehement, vorwurfsvoll und angewidert waren ihre Missfallensäußerungen, derer sie nicht müde zu werden schienen. Ich quittierte diese meist mit der lakonischen Bemerkung, dass ich das Rauchen sicher eines Tages aufgeben würde.
Wie sehr meine Glaubwürdigkeit in dieser Hinsicht nach all den Jahren gelitten hatte, zeigte sich, als sie mir nach dem 4. November des Vorjahres, meinem ersten „Nichtraucher-Tag“, immer und immer wieder ihre Bewunderung über meine Stärke aussprachen. Das trübte meine Freude über ihre Anerkennung doch ein wenig und ich spielte die Entrüstete. Hatten sie mir das etwa nicht zugetraut? Also wirklich!
Der 4. Februar war – wie die übrigen Tage der Semesterferienwoche – sonnig und außergewöhnlich warm – selbst in der luftigen Höhe des Kitzsteinhorns. Nur die sternklare Nacht war kalt, als während eines Abendspazierganges mein Handy tönend diese SMS empfing: „Hallo Mutti! Alles Gute zum 3monatigen Nichtrauchen! Dickes Stolzseinbussi! Lena“
Nichts konnte die sonnige Wärme trüben, die in mir aufstieg und der nächtlichen Kälte trotzte.
Christine, 48, AHS-Lehrerin

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