Adventmails 2004 (Ankündigung)

LiebeR FreundIn!

„Und – hast du für heuer schon eine Idee?“
Fragen wie diese zeigen mir, dass meine in den letzten beiden Jahren per Mail verbreiteten „virtuellen Adventkalender“ nicht nur für mich zu einer lieb gewonnenen Tradition geworden sind. Du erinnerst dich: Im Dezember 2002 versandte ich jeden Tag einen bemerkenswerten Bucheinstieg; im Vorjahr ging es mir um gute „letzte Sätze“ – also darum, mit welchen Worten AutorInnen ihre Bücher beenden. Mir hat es Spaß gemacht, allmorgendlich einen Adventgruß an mir liebe Menschen zu richten, und fast alle AdressatInnen haben es genossen, jeden Tag was Lustiges/Nachdenkliches/Originelles in ihrer Mailbox vorzufinden.

Das soll auch heuer wieder so sein.
Doch ich brauch diesmal deine Hilfe.
Ich stelle mir vor, „geglückte Momente“ zu sammeln. Und zwar „leichte“, nicht schicksalsschwere, von tiefsten Gefühlen triefende Begebenheiten – nein, „sparkling short stories“ sollen es sein. Augenblicke, die das Leben lebenswert machen. Kleine, nachvollziehbare Erfahrungen und Eindrücke, die auf das Besondere statt auf das Allgemeine abzielen, die konkret und anschaulich zu schildern sind.

Und genau darum bitte ich dich: Dir einen solchen geglückten Moment zu vergegenwärtigen, auf einer Länge von 5 bis 15 Zeilen niederzuschreiben und bis zum ersten Adventsonntag, dem 28. November, an mich zu mailen.

Am Ende des Kurztextes sollte dein Name stehen, dein Alter und dein Beruf – damit man/frau sich vorstellen kann, WER da was erlebt hat. Es macht ja einen Unterschied, wann und wie ein 8-jähriger Schüler glücklich ist, und wie das bei einer 72-jährigen Pensionistin aussieht. Ich reihe die Texte dann und schicke 24 Mails mit einem (oder auch zwei, denn aussortiert wird niemand) Glücksmoment/en an genau jene Leute, die diesen meinen Brief erhalten. Die meisten werden einander fremd sein, manche werden sich (er)kennen. Wie auch immer, es wird mit einem Lächeln zu lesen sein. Denke ich.

Es mag mit Mühe und Nachdenkarbeit verbunden sein, schwer in Worte zu Fassendes dennoch zu versprachlichen. Bitte nimm diese Anstrengung auf dich. Der Lohn wird eine Perlenkette voller aufbauender Erfahrungen sein, die gerade in der lichtarmen Zeit des Jahres gut tut…
Eine schöne Zeit bis zum Adventbeginn wünscht dir
Robert

PS: Wer seinen Namen lieber nicht preisgeben möchte, weil das bei einem Glücksmoment wie der gelungenen Flucht nach einem Banküberfall oder einem sexuellen Höhenflug peinlich wäre, kann ein Pseudonym wählen; ich schweige über die wahre Identität wie ein Grab. Versprochen.

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