„Ripley“, Kurzserie auf Netflix (USA 2024) *****

Tom Ripley, ein New Yorker Hochstapler, soll in den 1950er-Jahren Dickie, den Sohn eines reichen Geschäftsmanns, aus dessen italienischem Bella-Vita-Leben zurück nach Hause holen. Er erschleicht sich dessen Vertrauen, wohnt über Wochen bei ihm an der Amalfiküste, doch als sich die Gelegenheit bietet, tötet den wohlhabenden jungen Mann und nimmt dessen Identität an. Doch hinter seinem komplexen Lügengeflecht wähnt er sich in falscher Sicherheit.
Die Serienverfilmung des berühmten Kriminalromans „Der talentierte Mr. Ripley“ von Patricia Highsmith legt in acht Folgen die tödliche Leere und die Abgründe der Hauptfigur frei. Gezeigt wird das alles in fantastischen Schwarzweiß-Bildern, die an die legendären Aufnahmen von Henri Cartier-Bresson erinnern und über die sich manchmal etwas dahinschleppende Handlung mit so manchen Unwahrscheinlichkeiten hinwegsehen lassen. Hinter dem Lügengeflecht Ripleys zieht sich die Schlinge der polizeilichen Ermittlungen immer enger. Der zunehmend Verdächtige switcht zwischen Dickie und Tom und reist nach Neapel, Rom, Palermo, Venedig – Städte, deren Atmosphäre immer wieder großartig fotografiert wird. Außerdem könnte man durch die Serie zum Caravaggio-Fan werden (was ich allerdings ohnehin schon lange bin).
Steven Zaillian, Drehbuchautor und Regisseur von „Ripley“, hat von den bisherigen filmischen Umsetzungen des Highsmith-Romans – u.a. mit Alain Delon (1959) und Matt Damon (1999) in der Hauptrolle – sicher nicht die schlechteste geschaffen.

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