Ich bin Vater dreier Söhne und war – unvergesslich für mich – bei der Geburt von Gregor (25), Moritz (24) und Fabian (16) helfend und dann glücksstrahlend dabei. In einem Kreißsaal war ich allerdings noch nie. Das „Kreißen“ (= Kreischen) des Entbindungsschmerzes erlebte ich beim ersten Mal in einem wohnzimmerähnlichen Raum im Geburtshaus Nußdorf mit, bei den beiden weiteren Geburten mit Hebammenhilfe im trauten Heim.
Obwohl Hausgeburten bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts in allen Teilen der Welt vorherrschende Normalität waren, war damals im Bekanntenkreis manchmal die Frage zu hören: Warum als angehende Eltern so ein Risiko auf sich nehmen? Nun, laut der deutschen „Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe“ sind Hausgeburten ähnlich sicher sind wie klinische Geburten. Und, was auch unsere Hebammen damals glaubhaft versicherten, etwaige Komplikationen bedeuten Verzögerung, und Verzögerung bietet Gelegenheit, doch noch ins Spital zu wechseln.
In vertrauter Umgebung zu entbinden bzw. dabei zu helfen erwies sich für uns als beste Lösung, zumal uns in den Tagen danach Helferinnen unterstützten. Etwas unangenehm war mir jedoch, dass der damals siebenjährige Moritz (im Unterschied zum Distanz haltenden Gregor) während der Geburt Fabians mehrmals ins Schlafzimmer kam und ungeniert in Augenschein nahm, ob etwas bzw. wie viel vom Geschwisterchen schon zu sehen war…
Warum ich mich jetzt daran erinnere? Weil Gregor noch im Dezember Vater wird und ich in Gedanken oft bei ihm, seiner Carmen und meinem künftigen Enkerl bin.