Adventmail 2011/19 (Drei Fragen an…)

3 Fragen an meine Nichte …
SOPHIE, 20, Studentin, Graz

1.) Liebe Sophie, du studierst – wie ich das Anfang der 1980er tat – Theologie (und Germanistik) in Graz. Begeisterung à la „Wow, dann wirst du ja für die Kirche arbeiten!“ hat meine Studienwahl schon damals nicht ausgelöst – und seither ist das Image der katholischen Kirche noch viel mehr gesunken. Bist du mit Vorbehalten konfrontiert, und wie antwortest du darauf?
Ich war durchaus am Beginn meines Studiums mit Vorbehalten konfrontiert, da ich mein Studium zu einem Zeitpunkt begonnen habe, an dem das Thema Kirche in den Medien eher negativ präsent war. Die häufigste Frage war: „Wie kannst du nur zu so einer Kirche und solchen negativen Ereignissen stehen?“ Meine Antwort ist heute noch dieselbe: „Ich studiere nicht Kirche, sondern Religion. Religion umfasst sehr viele Themengebiete und das Studium an sich bietet sehr viel Raum, sich eigene Gedanken und Meinungen zu bilden. Ich stehe einzig hinter dem, was ich unter Religion und meinem Glauben verstehe.

2.) Weil’s grad zum Advent passt: Glaubst du, Maria von Nazaret hatte eine Ahnung davon, was für ein Kind da in ihrem Bauch heranwächst?
Maria ist als Mutter Jesu heutzutage so ziemlich jedem bekannt, wobei sie im Neuen Testament eigentlich nicht sehr oft genannt wird. Die Beziehung von Jesus zu seiner Mutter ist nur mithilfe der Bibel schwer auszumachen. Wenn ich jetzt kurz über einige Passagen lese, erscheint sie mir als eher sorgsame Mutter. Hätte sie Ahnung davon gehabt, was für ein Kind ihr Kind ist, ich denke, sie wäre in der Bibel anders dargestellt worden: Sie wäre noch mehr in das Leben Jesu integriert gewesen und ihm mit ihrer „Voraussicht“ zur Seite gestanden – und deshalb im Neuen Testament viel öfter erwähnt worden.

3.) Wenn man dich googelt, kommt man auf den Satz: „Der Anschlusstreffer von Sophie Weinberger kam zu spät.“ Was meinst du als Landesliga-Strikerin: Mit welcher Leistungsebene im Männerfußball könnte es ein Super-Frauenteam wie Turbine Potsdam aufnehmen?
Das Champions-League-Spiel von Turbine Potsdam gegen Lyon ist leider das einzige, das ich von dieser Mannschaft gesehen habe. Interessant war, dass der Durchschnittswert der während dem Spiel zurückgelegten Kilometer der Spielerinnen 10 km betrug. Den ungefähr gleichen Wert haben zum Beispiel die Spieler des FC Barcelona. Somit sind die Damen, was das anbelangt, schon auf gleichem Niveau, das Problem ist logischerweise der Körperbau und -einsatz. Ich schätze, dass Turbine Potsdam es mit der österreichischen Oberliga aufnehmen kann. Vielleicht ist auch mehr möglich, ich habe leider keinen guten Vergleichswert, da ich wie gesagt zu wenige Spiele gesehen habe.

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