Adventmail 2011/16 (Drei Fragen an…)

3 Fragen an meinen jüngsten Sohn …
FABIAN, 15, Schüler, Korneuburg.

1.) Im Moment wird sehr viel über Schulreformen geredet. Könnte man sich auf der Suche nach Verbesserungen was von einer Hochbegabtenschule wie dem Poppergymnasium abschauen?
Einige Lehrer an unserer Schule erwähnen hin und wieder, dass sie es eigentlich enttäuschend finden, dass andere Schulen keine erprobten Systeme von der Popperschule übernehmen. Sie ist ein Schulversuch, den Schülern geht es sehr gut an der Schule – aber dennoch sind andere Schulen skeptisch gegenüber Neuerungen, die bei uns sehr gut funktioniert haben. Beispielsweise das Contracting-System: Jeder Schüler entscheidet mit jedem Lehrer gemeinsam darüber, wie er zu seiner Note kommt. Oder das Coaching: Alle zwei Wochen treffen sich die Schüler mit einem eigens zugeteilten Coach (aus dem Lehrkörper), dem sie alle ihre Beschwerden/Anregungen/Probleme (z.B. mit Lehrern oder Schülern) bezüglich der Schule anvertrauen können.

2.) Was findest Du am schwierigsten beim Erwachsenwerden?
Das Ansteigen der Erwartungen. Ich habe manchmal das Gefühl, den Herausforderungen nicht gewachsen zu sein und damit andere zu enttäuschen. Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn man je älter ich werde, mehr von mir verlangt, aber das geht mir ein bisschen zu schnell.

3.) Du hast kürzlich mal gesagt, Arno Geigers Buch über seinen demenzkranken Vater („Der alte König in seinem Exil“) hat dir gefallen. Ich hab’s inzwischen auch gelesen. Was genau hat dich daran beeindruckt?
Ich hatte einmal im Fach KoSo (Kommunikation und Sozialkompetenz) bei einem Sozialprojekt in einem Altersheim mit dem Thema Demenz zu tun. Als ich für den Deutschunterricht dann später ein Buch beschreiben sollte, bin ich auf das von Geiger gekommen. Ich fand das Buch sehr berührend – ich fühlte mich in die Geschichte hineingezogen und empfand mit Arno Geiger mit. Es lässt verstehen, wie es ist, einen demenzkranken Vater zu haben. Es zeigt, dass mit der Krankheit nicht nur Trauer und Verzweiflung verbunden sein müssen, sondern auch unerwartete Erkenntnisse und gelegentlich sogar Humor.

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