Adventmail 2011/05 (Drei Fragen an…)

3 Fragen an meine Freundin und Kollegin
ANNEMARIE, 51, Herzogenburg, Chefredakteurin der Zeitschrift „lebensart“

1.) „Mitwelt“ statt Umwelt, „Eine“ statt Dritte Welt – braucht Öko-Bewusstsein auch eine neue, politisch korrekte Sprache?
Ganz spontan hätte ich gesagt: NEIN, bitte nicht noch eine politisch korrekte Sprache! Wie soll das dann geschrieben werden? Noch schwerere Lesbarkeit durch kryptische Wortkonstruktionen à la Gendersprache und Binnen-I? Anderseits: Worte erzeugen Bilder. Und es fühlt sich doch saugut an, sich als Teil der Welt zu begreifen. Ich bin Teil der ganzen Fülle, die sie zu bieten hat! Ebenfalls sind mir vergiftete Böden oder soziale Missstände gleich viel näher, wenn sie in der „Mitwelt“ passieren, als in einer Welt, die mich nur umgibt.

2.) Ist das (ökonomische) Hemd den Leuten in der Wirtschaftskrise näher als der (ökologische) Rock?
Sicher wäre den Leuten das ökonomische Hemd näher, hätten sie eines. Was allerdings, wenn man ihnen das letzte Hemd ausgezogen hat? Ist den Leuten – wenn sie ihres ökonomischen Hemdes beraubt wurden – der ökologische Rock wieder näher? Kann man etwa gar Armut mit dem damit einhergehenden reduzierten Lebensstil als ökologische Trendwende verkaufen? Gnade uns, wenn die Politik diese Idee aufgreift!

3.) Gab’s einmal einen Artikel in der „lebensart“, der deine persönliche Lebensführung verändert hat?
Die Kunst des Müßiggangs, vor etwa zwei Jahren. Damit wurde meine Aufmerksamkeit auf einige ähnliche Bücher gelenkt, welche einen gemütlichen Lebensstil oder gar „Faulheit“ hochhalten! Da ist was dran! Denn es sind sicher nicht die Faulen, welche die Welt, die Ressourcen, die Menschen ausbeuten! Im Gegenteil: Je mehr geleistet wird, je schneller gelaufen wird, umso schneller brennt die Erde aus.
Darum: „Entspannen Sie sich! Das ist das Beste, das Sie zur Rettung der Welt beitragen können!“ (frei nach Fred Luks).

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