Heute 3 Fragen an eine langjährige Freundin in Tirol,
ISOLDE, 43, Landeck, Biologin (arbeitet als Gleichbehandlungs- und Antidiskriminierungsbeauftragte und Naturschutzsachverständige).
1.) Wer ist denn deine Hauptzielgruppe als
Antidiskriminierungsbeauftragte? Frauen? Behinderte? PolitikerInnen?
Meine Hauptzielgruppe sind alle Menschen die Unterstützung brauchen um ihre Rechte in Bezug auf Diskriminierung (aufgrund von Geschlecht, Alter, Behinderung etc.) besser durchsetzen zu können. Wichtig sind dabei neben den Betroffenen BündnispartnerInnen (PolitikerInnen, Führungskräfte,
BürgermeisterInnen, Menschen die mitdenken und mitfühlen!)
2.) Wie stehst du eigentlich zur Angleichung des Pensionsalters von Frauen und Männern?
Grundsätzlich bin ich für Gleichbehandlung von Frauen und Männern – Beamte und Beamtinnen z.B. hatten immer schon dasselbe Pensionsantrittsalter – dort ist die Einkommensschere allerdings auch relativ geringer als in der Privatwirtschaft.
Die Diskussion muss mehr in Richtung gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, einer Anhebung der Mindestpension etc. gehen, vom gerechten Einkommen sind wir noch weit weg.
Bei der Gehaltsreform in der Landesverwaltung hatten wir u.a. die Ziele Marktkonformität und Diskriminierungsfreiheit – ein spannendes Unterfangen, sicher nicht perfekt, aber es hat viele Diskussionen ausgelöst!
3.) Wenn Gottvater und Gottsohn nur durch einen sächlichen Hl. Geist (griech. „pneuma“, n.) ergänzt werden – wäre dann das ein Fall für den Gleichbehandlungsausschuss der URO (United Religions Organization)?
Ja! Aber die Kampagne „Grüß Göttin“ die z.B. bei den Tiroler Grenzübergängen steht, hat sehr viel Verwirrung ausgelöst und finde ich spannend – Gott ist – denke ich, weder männlich noch weiblich, aber das übersteigt mein biologisches Wissen!