Adventmails 2014/23 (Sterne)

Einmal musste er ja kommen, vielleicht habt Ihr ja eh schon drauf gewartet: Den Stern von Bethlehem platziere ich aber bewusst nicht, weil „najo, eh klar“, im letzten Adventkästchen am Heiligen Abend, sondern schon heute. Und da ich heute noch einen vollen Arbeitstag habe und im Vorweihnachtsstress bin, bediene ich mich im „Kathpress“-Archiv und präsentiere Euch eine vor fast einem Jahr von mir verfasste Meldung:

Astronom: Stern von Bethlehem ist „literarisches Konstrukt“

Astrophysiker Kerschbaum: Biblische Darstellung vom Stern nicht naturwissenschaftlich auflösbar, sondern Ausdruck der Erfahrungen der Menschen mit Gott
Wien, 02.01.14 (KAP-WD) Der Stern von Bethlehem, der laut Matthäus-Evangelium die Magier aus dem Morgenland zu Jesus führte, ist aller Wahrscheinlichkeit nach kein astronomisches Ereignis, sondern ein „literarisches Konstrukt“. Das sagte der Wiener Astronom und Professor für beobachtende Astrophysik an der Wiener Universitätssternwarte, Franz Kerschbaum, in der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“. Eine eindeutige Erklärung zum Stern von Bethlehem könne die Naturwissenschaft nicht leisten.
„Fast jede Geburt oder jeder Tod eines Herrschers, eines Religionsgründers wird im Nachhinein in den Schriften mit seltenen astronomischen Phänomenen verbunden“, so Prof. Kerschbaum. Damit wollte man zeigen, dass „etwas für die ganze Welt Bedeutsames passiert ist“, so der Astrophysiker und gläubige Christ.
Der Stern von Bethlehem könnte zwar eine Supernova, also das Aufleuchten eines explodierenden sterbenden Sterns, oder auch eine „enge Konstellation von Jupiter und Saturn, vielleicht auch Mars“ gewesen sein, wobei Jupiter als Zeichen des Königs galt und Saturn im Zusammenhang mit dem jüdischen Volk gebracht wurde. Es sei jedoch plausibler, dass der Stern von Bethlehem überhaupt kein „historisches und wissenschaftlich nachvollziehbares Ereignis“ gewesen sei, so Kerschbaum.

Soweit die „Kathpress“. Im unterhaltsam-informativen „Lexikon des Unwissens“, in dem Kathrin Passig und Aleks Scholz viel Spannendes versammeln, „worauf es bisher keine Antwort gibt“, heißt es über den Stern von Bethlehem, es reiche nicht, eine damals besonders auffällige Himmelskonstellation zu rekonstruieren. Zusätzlich müsse man wissen, was die beteiligten Sterne/Planeten damals bedeuteten. Immerhin seien in den letzten 20 Jahren die wohl besten Theorien zum Stern von Bethlehem entworfen worden, was Hoffnung auf eine letztlich überzeugende Lösung des Rätsels gebe. Freilich, so Passig/Scholz abschließend: „Es besteht ein gewisses Risiko, dass sich am Ende alle ernsthaften Erklärungsversuche als untauglich erweisen. Denn vielleicht war es doch der große fliegende Hund, der einen Lampion zwischen den Zähnen hielt und so die Weisen in die Irre führte.“

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