Adventmails 2015/07 (Flucht)

Mein Kollege Franz, der mit mir ein Redaktionszimmer teilt, mokiert sich gerne über ungewöhnliche Konjunktive starker Verben. Als neulich ein Bericht der mit uns kooperierenden deutschen Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) das Wort „flöhen“ enthielt, schüttelte er belustigt den Kopf und besserte aus auf „würden … fliehen“.
In mir hat er diesbezüglich keinen Verbündeten. Ich schätze Konjunktive starker Verben wie „böten“, „schliefen“, „schlügen“, „vergäßen“ oder eben „flöhen“. Sie gehören wie Genitive zu einer fast schon verfolgten Minderheit, denen meine Sympathie gilt.
Und ich habe Freude an doppeldeutigen Aussagen wie dem Klassiker: Der gefangene Floh/der Gefangene floh. Oder: Er hat in Havanna L/liebe G/genossen. Hast du schon einmal T/tote F/fliegen gesehen?
Dass mich der Arzt als nächsten ansieht, wäre mir lieb, aber noch lieber, dass er mich als Nächsten ansieht.
Und vielleicht wird man in ein paar Jahren von mir sagen: Wäre er doch nur D/dichter!

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