Am 10. Dezember …
… 1936 setzte ein britischer Gentleman, der von seiner Familie David gerufen wurde, seine Unterschrift unter eine aus zwei Sätzen bestehende Erklärung. Sie begann so:
„I, Edward the Eighth, of Great Britain, Ireland and the British Dominions beyond the Seas, King, Emperor of India, do hereby declare My irrevocable determination to renounce the Thrown…“
Der größte der vielen Skandale im britischen Königshaus des 20. Jht.s war perfekt: Der erst im Jänner 1936 ernannte König Edward VIII. verzichtet auf den Thron. Warum, wussten die „Frau-im-Spiegel“-Leserinnen dieser Welt längst und hörten es tags darauf nochmals offiziell in einer Radioansprache: Der nunmehr zum Duke of Windsor degradierte 42-jährige Edward sprach von seiner Unfähigkeit, sein Amt als König so zu bekleiden, „wie ich es gewollt hätte“, wenn er nicht die Unterstützung „der Frau, die ich liebe“ habe. Besagte Frau war die Amerikanerin Wallis Simpson, 40, frisch geschieden und somit untragbar als Queen der Briten.
Die (konservative) Regierung hatte den König massiv unter Druck gesetzt, sogar gedroht, geschlossen zurücktreten, wenn er an Mrs. Simpson gegen ihren ausdrücklichen Rat festhalten sollte. Na gut, sagte der, dann pfeif ich auf den Thron und heirate meine Liebste, wenn nötig im französischen Exil… So geschah es. Das Paar lebte meist in den USA und Frankreich, aber auch in der Schweiz und Österreich, gemäß der Vereinbarung, dass ein Aufenthalt nur auf ausdrückliche Einladung von Edwards Bruders König Georg VI. in Großbritannien gestattet war. Beider Mutter weigerte sich übrigens bis zu ihrem Tod 1953, das Skandalpaar jemals persönlich zu empfangen.
Das alles klingt nach einem Roman Rosamunde Pilchers. Doch die hätte wohl weniger romantische Facetten der beiden recht widersprüchlichen Charaktere Edward und Wallis weggelassen: Sie führten ein unstetes Jet-Set-Leben; hatten wohl eine Art sadomasochistische Beziehung, besuchten Hitler und Mussolini; Wallis wurde eine Affäre mit Ribbentrop nachgesagt, Edward verstieg sich einmal zur Aussage: „Wenn der Krieg vorbei ist und Hitler die Amerikaner zerquetscht hat … übernehmen wir … Sie [der Commonwealth] wollen mich nicht als ihren König, aber ich komme bald als ihr Führer zurück.“
So richtig glücklich scheinen Edward und Wallis nicht geworden zu sein. Immerhin blieben die beiden bis zu Edwards Tod 1972 verheiratet.