Apropos Klosterbibliothek: In einer der prächtigsten weltweit, in jener als „achtes Weltwunder“ bezeichneten von Stift Admont, gibt es eine Geheimtür im Buchregal „Theologie“. Darüber, wofür sie benutzt wurde, lässt uns Wikipedia, wo ich diesen Hinweis samt Fotos fand, im Unklaren. Auch sonst gibt das Internet keine Auskünfte darüber.
Egal. Zu Geheimtüren oder -gängen gibt es immer wieder schöne Geschichten. Etwa jene, dass sich der italienische Mafiaboss Guiseppe Setola am 12. Jänner 2009 dem Zugriff der Polizei durch einen Geheimgang unter seinem Haus ins städtische Abwassersystem der Gemeinde Trentola Ducenta entzog. Der als psychopathischer “Schlächter” gefürchtete Verbrecher hielt sich in einer kleinen Einzimmerwohnung bei Neapel versteckt, als etwa 50 Carabinieri auftauchten. Die Beamten fanden – zu spät – unter dem Bett eine Geheimtür in die Kanalisation vor, die mit einem komplizierten Verschlusssystem gesichert war. Setola war zusammen mit zwei Bodyguards in einem bereitgestellten Auto entkommen. Allerdings verletzte er sich dabei und ließ sich in einer Klinik behandeln. Die Polizei bekam Wind davon und nahm den Camorra-Capo doch noch fest.
Eine Art Geheimgang ist auch das weitverzweigte Verbindungsnetz zwischen dem Bundeskanzleramt und der Präsidentschaftskanzlei in der Wiener Innenstadt. Aufgrund massiver Proteste gegen die damalige schwarzblaue Regierung entschieden sich Geradenochnichtkanzler Wolfgang Schüssel und sein Kabinett am 4. Februar 2000, nicht oben über den Ballhausplatz, sondern unterirdisch zur Angelobung durch Bundespräsident Thomas Klestil zu gehen. Seit damals wird der Gang scherzhaft “Schüssel-Allee” genannt.
Zu diesem Kästchen bekam ich von einer der MailempfängerInnen folgende Mitteilung:
“Lieber Robert, meines Wissens führen die ‘Geheimtüren’ in der Admonter Stiftsbibliothek auf die Treppen zur Galerie, die sich ja scheinbar unverbunden oberhalb der Bücherschränke befindet. In einigen Eckregalen (u.a. eben im Regal ‘Theologie’) gibt es Bereiche, wo die Buchrücken nur Attrappen sind, und da befinden sich dahinter die Türen.
Als Nik und ich im vorvergangenen Sommer dort waren, war es uns ein Rätsel, wie man zu den Büchern auf der Galerie gelangen könnte, und wir fragten einen Restaurateur, der gerade in der Bibliothek arbeitete – der hat es uns gezeigt. So verstehe ich auch die Info auf der Internetseite http://www.stiftadmont.at/bibliothek/architektur/“