Adventmail 2017/01 (Thema Geheimnisse)

Seine Kunst ist politisch, subversiv, humorvoll-pointiert, öffentlich. Und geheimnisumwittert – denn er arbeitet anonym und im Konflikt mit dem Establishment. Die Rede ist von „Banksy“, den ich seit Jahren für seine Street Art bewundere.
Z.B. jenes Schablonen-Graffiti, auf dem ein vermummter Straßenkämpfer statt eines Molotow-Cocktails einen Blumenstrauß wirft. Oder jenes, das zwei britische Bobbies in Uniform zeigt, sich eng umschlungen innig küssend. Den Brexit seiner Heimat Großbritannien kommentierte Banksy mit einer großflächigen Darstellung auf einer Hauswand in der Hafenstadt Dover, auf der ein Handwerker einen Stern aus einer riesigen EU-Flagge herausmeißelt. Und eines seiner Graffitis verwendete ich für die großfamiliäre Facebookgruppe „Die Eiblischen“: Zu sehen ist darauf ein Mann in Arbeitsgewand, mit Kübel überm Arm und Schwamm in der Hand, der gerade das letzte Wort einer Aufschrift wegwischt: „What we do in life echoes in Eternit…“
Seit seinen Anfängen zu Beginn der 1990er Jahre in Bristol sprüht Banksy kulturkritische Botschaften auf Hauswände – und vor Ideen! Darunter grenzgeniale wie den „Silence of the Lambs“ betitelten „Tiertransport“ von klagenden Stofftieren durch New York, den Schmuggel eigener Kunstwerke ins British Museum, das alternative Intro für The Simpsons oder erst heuer die Ausgestaltung des „The Walled Off Hotel“ in Bethlehem.
Und das Beste: Obwohl das Time Magazine 2010 Banksy als eine der einhundert einflussreichsten Personen der Welt einstufte, ist sein Inkognito bis heute nicht gelüftet. Heuer ging das Gerücht um, es könnte sich um einen Robert handeln – nämlich um den Sänger der Bristoler Trip-Hop-Band Massive Attack, Robert Del Naja. Naja…

Street Art Künstler Banksy sprüht geradezu – vor Ideen

Geheimtipp von Andreas: „Österreichs bester Gin. Er kommt aus der Wachau von der Destillerie Schüller (www.brennerei-schueller.at) und heißt ‚Maria Taferl No 5‘ – ein echter Genuss! … am besten mit Fentimen Tonic genießen.

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