Adventmail 2019/21 (Thema Gedichte)

Geschütteltes (Eugen Roth)

Du sollst dein krankes Nierenbecken
Nicht mit zu kalten Bieren necken.
Auch müsstest du bei Magenleiden
Den Wein aus sauren Lagen meiden.
Glaub nicht, dass alle Zungen lügen,
Die warnen vor den Lungenzügen.
Auf Pille nicht noch Salbe hoff,
Wer täglich dreizehn Halbe soff.
Wer kann mit frohem Herzen schmausen,
Wenn tief im Stockzahn Schmerzen hausen?
Du spürst der ganzen Sippe Groll,
Die pflegen dich bei Grippe soll.
Statt jeden, der noch lacht, zu neiden,
Am Neid dann Tag und Nacht zu leiden,
Sich Kummer, weil man litt, zu machen:
Ists besser, selbst gleich mitzulachen.

Ich besitze seit September 1982 – es steht im Einband – ein 448 Seiten starkes gelbes Reclam-Büchlein, das trägt den Titel „Deutsche Unsinnspoesie“. Die Sprachspiele darin und den Humor habe ich, der ich schon als Kind gerne Wilhelm Busch las und später meinen Söhnen aus dem „Sprachbastelbuch“ vorlas, immer wieder genossen. Und mich anregen lassen zu eigenen Blödeleien. Zum Beispiel zu folgender, zu der ich mir heute denke: Es war eine Zeit kreativer Muße, da mir solches einfiel, ungestört von Berufsalltag, eigenem TV-Gerät oder gar Smartphone:

Ob ihr wohl wisst,
was „Cefhist“
ist?
Ganz einfach „Fetisch“
alphabetisch.

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