Liebesgedicht (Kurt Marti)
wenn
e lawine
vo zärtlechkeit
für is z’begrabe
über is abe
geit
stirben i
gärn e chly
wett i
nid grettet sy
Dieses Gedicht des reformierten Pfarrers Kurt Marti (1921-2017) in Berner Mundart ist eines von wenigen, die ich seit Jahrzehnten auswendig kann. Mehrmals musste ich es Claudia, meiner Liebsten, in unseren gemeinsamen Jahren aufsagen.
Und erst heuer im Sommer rezitierte ich es vor Schweizer Wanderern – zu deren Verwunderung – auf einem Schneefeld im georgischen Kaukasus, den Gletscher des majestätischen Uschba (4737m) vor Augen. Von einer Zärtlichkeitslawine mitgerissen werden – was für ein schönes Bild für Hingabe!