Eine „verdorrte“ Hand. Einen „besessenen“ Epileptiker. Viele Aussätzige. Stumme und Taube. Eine blutflüssige Frau. Die fiebernde Schwiegermutter des ersten Papstes. Mehrere Gelähmte. Und als Höhepunkt: Wiedererweckungen dreier Toter…. All diese Heilungen, TheologInnen sagen „Zeichen“, hat Jesus laut den Evangelien vollbracht. War er ein Wunderheiler?
Die entsprechenden, von Urchristen verfassten Texte verkündigen Jesus als Inkarnation Gottes, sind also Glaubensaussagen über ihn. Die historische Jesusforschung geht davon aus, dass tatsächliche Heilungen Jesu zu einigen der ältesten Wundererzählungen führten und diese später legendenhaft vermehrt und ausgeschmückt wurden. Jesus macht damit seinem Namen („Gott rettet“) alle Ehre und veranschaulicht in einer Zeit, da Religion und Medizin noch nicht getrennt waren, wie sich der Glaube an Gott auf Menschen auswirken kann.
Was von diesen Wundergeschichten tatsächlich so passiert ist, weiß ich nicht. Darüber, dass Jesus ein begnadeter, von Gott gesalbter (=Christos) Mensch war, bin ich mir sicher. Ebenso darüber, dass „Heilung“ durch Gott auf den ganzen Menschen abzielt.
An ganzheitlicher Heilung fehlt es in der heutigen Hightech-Medizin. Erst kürzlich war ich im AKH, um in der Glaukom-Ambulanz zu erfahren, dass mir eine Operation am linken Auge blüht. Ich musste durch eine Covid-Sicherheitsschleuse, ging durch endlose kahle Gänge, fuhr mit einem von acht Liften in den achten Stock, musste mich registrieren und erst einmal eine Stunde warten, bevor ich dann weitere zwei Stunden zu unterschiedlichen Spezialisten geschickt wurde. Wahrlich, ich sage euch: Da hätte ich mir echt einen Jesus gewünscht, der sich mir zuwendet mit sowas wie: „Schau auf das Licht Gottes, das in dir leuchtet, und du wirst fortan Klarsicht und Durchblick haben.“ Und über das verdutzte Gesicht meiner Augenärztin, wenn sie sagt „Aber wie gibt’s denn sowas, Ihr Augendruck und Sehnerv sind ja plötzlich ganz in Ordnung?!“ hätte ich mich ganzheitlich gefreut und Jesus im Himmel zugezwinkert…
Alles Liebe Euch allen, zu Weihnachten, zum Jahreswechsel und auch sonst!
Robert