Was im Corona-Jahr 2020 im Bereich Literatur „Die Pest“ von Albert Camus war, müsste im Bereich Spiele eigentlich „Pandemie“ sein. Meine Claudia und ich als begeisterte Gesellschafts- und Zuzweitspielende haben dieses 2008 in New York erschienene kooperative Spiel vor Jahren gekauft und in größerer Besetzung immer wieder mal gespielt – am liebsten mit meinem jüngsten Sohn Fabian, der sich Spieleanleitungen noch besser merkt als meine Mutter die Geburtstage der Großverwandtschaft. Und das soll was heißen.
Ziel ist es, auf der Welt ausgebrochene tödliche Seuchen zu bekämpfen. Die Spieler nutzen dabei in der Rolle von Spezialisten wie Arzt, Sanitäter, Logistiker, Wissenschaftler oder Betriebsexperte deren besondere Fähigkeiten. Jedenfalls ist gemeinsames Krisenmanagement notwendig, um die Welt vor einem Kollaps zu retten. Dafür nutzen die Akteure ein Spielbrett, auf dem auf einer Weltkarte 48 große Städte eingezeichnet sind. Begonnen wird in Atlanta, dem Sitz des real existierenden Center for Disease Control and Prevention. Die Mitspielenden reisen um den Globus, um Hinweise auf Heilmittel gegen die Seuchen zu finden und deren Ausbreitung zu verhindern. Eine nicht behandelte Epidemie kann zu einer explosionsartigen Ausbreitung der Seuche führen und das Spiel rasch beenden.

An sich hab ich Konkurrenzspiele ja lieber als Kooperativspiele, aber „Pandemie“ ist durchaus unterhaltsam und wurde zu Recht für diverse internationale Preise nominiert.
Corona-bedingt ist Ausgehen heuer viel weniger angesagt als in sonstigen Jahren. Claudia und ich frönen vermehrt unserer Spielfreude, es gibt inzwischen einige reizvolle Spiele für zwei Personen. Unsere Lieblinge: „Patchwork“, „Azul“, „Ganz schön clever“ und seit neuestem „Der Kartograph“. Wer lieber netflixt, dem/der sei die Schach-Kurzserie „Damengambit“ empfohlen.