Ich beginne mit Gelassenheit. Diese in einer Bandbreite zwischen empathiearmer Wurschtigkeit und souveränem Loslassenkönnen angesiedelte Emotion findet sich überraschenderweise in der 27er-Liste der Berkeley-ForscherInnen, denn ich kann mir nicht wirklich ein Video vorstellen, das bei mir vorrangig Gelassenheit auslöste.
Ist die Fähigkeit zu dieser Eigenschaft eine Frage des Alters? Des Charakters? Ein Talent, das trainiert werden kann? In meinem Job als Nachrichtenredakteur ist es sicher von Vorteil, Stressreduktion durch gelassenes „Eins-nach-dem-Anderen“ zu erreichen, durch den damit verbundenen Grundsatz, Unwichtiges nicht wichtiger zu nehmen als ihm zusteht. Dass dies auch eine Frage der Persönlichkeit ist, erkenne ich an meiner Liebsten, die als emotional üppig ausgestattete Frau viel stärker den Impuls verspürt, sich um alles Mögliche zu kümmern und sich Ruhephasen zu versagen.
„Mit 15 Tipps und Übungen zu mehr Ausgeglichenheit“ – dass man Gelassenheit lernen oder zumindest einüben kann, verspricht die deutsche Internetplattform lernen.net: Da ist die Rede von Entspannungstechniken, Auto-Suggestion und Sport als begünstigende Faktoren, von kurzem Innehalten, wenn was aufregt, und vom Tipp, sich Gelassenheit erstmal in täglichen kleinen Ärgernissen anzueignen – z.B. wenn der Autofahrer vor dir im Schneckentempo über die Straße kriecht. „Mach dir immer wieder klar: Aufregung macht die Situation nur schlimmer“, so der gute Rat. Auch beachtenswert: Sorge für Pausen und verteidige deine persönlichen Grenzen.
Popmusikalisch äußert sich Gelassenheit überzeugend im „Laid Back“-Stil etwa des großen Gitarristen J.J. Cale (1938-2013), dessen Kompositionen wie etwa „Cocaine“ oder „After Midnight“ der noch größere Eric Clapton (*1945) berühmt machte. Hört mal hier rein, wenn euch was gegen den Strich geht, und Lider und Stresspegel werden sich senken, Mundwinkel (und das Glas?) heben 😉