Meine Mutter gab meinen Geschwistern zwei Vornamen: Josef Andreas und Martina Kerstin. Ich als Ältester bekam nur einen. Drum gab ich mir in meinen Theologiestudienjahren selbst einen zweiten (der allerdings nie „offiziell“ wurde), der meine Freude am Unterwegssein (hin auf Gott) ausdrückt: Pilgrim – der Pilger, Wallfahrer.
Der Name kommt von lat. „peregre“ (aus/in der, in die Fremde bzw. was über den eigenen Acker, speziell den ager romanus, also über Rom, hinausgeht).Den Namen gibt es auch als Peregrin(ius), so heißt z.B. der Begleiter von Frodo Beutlin in „Der Herr der Ringe“.
Einige von Euch pilgern, wie ich weiß, zu Fuß regelmäßig nach Mariazell bzw. waren auf dem Jakobsweg unterwegs. Ich war zwar schon in Wallfahrtsorten wie Santiago de Compostela, Fatima und Lourdes, aber mit dem Auto und mehr aus „religionssoziologischem Interesse“. Die dort erlebte Frömmigkeit mit religiösem Ramsch, demonstrativer Bußfertigkeit und naivem Wunderglauben blieb mir sehr fremd.
Zugleich sah ich mit Vergnügen Pilgerfilme wie „Ich bin dann mal weg“ (D, 2015), „Dein Weg“ (USA/E, 2010) oder „Saint Jacques … Pilgern auf Französisch“ (F, 2005) und denke mir, in der Pension würde ich das auch gerne machen. Auf dem Camino zum Grab des Apostels Jakobus. Allerdings bevorzugt über die Route von Porto auf dem Caminho Portugues nach Santiago. Weil ich Portugal und den Atlantik so gern mag.
Für die Kathpress schreibe ich ja immer wieder übers Pilgern. Schon interessant: In Zeiten schwindender Religiosität und Kirchenbindung boomen Fußwallfahrten. Vielleicht müsste christlicher Glaube weniger bedacht als vielmehr erlebt werden – als etwas, das einer/m etwas abverlangt und bei dem man bei sich selbst ankommt.
Über das reichhaltige Fußwegenetz in Österreich informiert die Website www.pilgerwege.at.
Im Kontakt mit Natur, Kultur und vor allem lieben Menschen bei sich selbst ankommen – das wünsche ich euch zu Weihnachten und auch im Jahr 2023!
