Marienkäfer sind nicht nur bei Kindern beliebt und gelten als Glücksbringer. Seit geraumer Zeit gibt es in unseren Breiten jedoch den Asiatischen Marienkäfer, der die hier bekannten und als Nützlinge geschätzten mit den 7 Punkten zunehmend verdrängt. Er frisst zwar noch mehr Blattläuse als der heimische, macht sich aber auch über die Larven seiner Konkurrenten her und verdrängt diese immer mehr. „Einmal hier, ist er nun nicht mehr zu bekämpfen. Und natürliche Feinde haben Marienkäfer bei uns wenige, weil die Hämolymphe, das ‚Blut‘ der Käfer, so schlecht schmeckt“, weiß der WWF.
Der Klimawandel, aber auch bedachtlose Ansiedlungsversuche begünstigen die Ausbreitung auch anderer Tiere wie den Buchsbaumzünsler (ostasiatischer Kleinschmetterling), den amerikanischen Signalkrebs, der den heimischen Edelkrebs verdrängt, oder den ebenfalls aus Amerika eingeschleppten Getreideschädling Maiswurzelbohrer. „Der Anblick“, das Medium der Steirischen Landesjägerschaft, listet auch invasive Säugetiere (https://www.anblick.at/ansicht/toetungsauftrag-fuer-invasive-saeugetiere-und-voegel) auf, für die ein Tötungsauftrag gelte: Bisamratte, Marderhund, Nutria sowie der putzige Waschbär. Außerdem ist es jeder Person verboten, invasive Säugetiere und Vögel zu füttern.
Ein besonders kurioser Fall von tierischer Invasion geht auf den kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar (1949-1993) zurück: Für den Privatzoo auf seiner Luxus-Hacienda ließ er Tiger, Giraffen, Elefanten, Büffel, Löwen, Nashörner, Gazellen, Zebras, Flusspferde, Kamele und Strauße einfliegen. Nach dem gewaltsamen Tod Escobars wurden die meisten Tiere verlegt oder gestohlen, andere verhungerten oder verendeten an Krankheiten.
Nicht so die Flusspferde. Die ursprünglich vier Tiere vermehren sich in Kolumbien bis heute unkontrolliert und bedrohen einheimisches Getier wie etwa Seekühe. Und sie rangieren mit 500 Toten im Jahr auf Platz 10 der für Menschen gefährlichsten Tierarten. In Kolumbien sind Flusspferde, die natürlich nur in Subsahara-Afrika vorkommen, inzwischen zu einer wahren Plage geworden – die nun ein Ende haben soll: Die geplante Umsiedlung der aktuell um die 200 Exemplare lässt sich das südamerikanische Land mehrere Millionen Dollar kosten.