Im März 1943 feiert das Musical „Oklahoma!“, bei dem der Komponist Richard Rodgers (Andrew Scott) zum ersten Mal nicht mehr mit seinem langjährigen Texter Lorenz Hart zusammenarbeitet, sondern mit den Lyrics von Oscar Hammerstein II den Grundstein für DAS „Songwriting-Team“ (u.a. “The King and I”, “The Sound Of Music”, “You’ll Never Walk Alone”) schlechthin legte. Davor waren schon Rodgers und Hart höchst erfolgreiche Songwriter des Great American Songbook (“Blue Moon”, “My Funny Valentine”, “The Lady Is a Tramp”), das eng befreundete Duo zerbrach jedoch an der Unzuverlässigkeit des notorischen Trinkers Lorenz Hart.
Ethan Hawke spielt diesen kleingewachsenen, gekränkten, trotz permanenter Wortwitze von Tragik gezeichneten, Virtuosen des geschliffenen Wortes hinreißend. “Blue Moon” ist die Geschichte eines hochbegabten, jedoch an seinen Unzulänglichkeiten gescheiterten Showbiz-Protagonisten, der noch dazu unglücklich verliebt in die viel zu junge Schauspielaspirantin Elizabeth (Margaret Qualley) ist. Diese berichtet dem vertrauten Freund (“I love you, Larry, but not this way”) von amourösen Erlebnissen und nützt ihn als Steigbügelhalter für den Kontakt mit Rogers. Richtig leid tut er einem, wenn sich Hart vor Ideen sprudelnd anbiedert, obwohl er für die biedere Qualität von “Oklahoma!” de facto nicht viel übrig hat.
Wieder mal bin ich mit dem Filmdienst einer Meinung: Die Tragik des Musical-Poeten mit seinen ausladenden Gesten, rasant vorgetragenen Wortkaskaden, Imitationen und mitunter auch angestimmten Liedern ist “zunächst vor allem im Kontrast zu dem von Bobby Cannavale mit pointiertem Gleichmut gespielten Barkeeper unterhaltsam”. Die (von unserer Kinorunde mit Untertiteln mitverfolgte) Pointendichte wirkt mitunter allerdings auch etwas angestrengt … ich bin sicher, dass ich etliche Gags verpasst hab.