Ein „Musiktheater-Abenteuer für die ganze Familie“, das ist doch etwas, das ich meine n drei Enkeln zu Weihnachten als gemeinsame Unternehmung schenken könnte – noch dazu mit einem Stoff, den ich noch von dem berühmten Film „La Guerre des Boutons“ von Yves Robert aus dem Jahr 1962 kannte. Und die Vorlage ist noch bedeutend älter, nämlich der gleichnamige Roman von Louis Pergaud aus dem Jahr 1912. 113 Jahre später die musikalische Bühnenversion des seit Generationen lodernden Konflikts zwischen zwei kleinen französischen Dörfern, den die jeweiligen Kinder mit einer speziellen Form der Erniedrigung anfachen: Den Unterlegenen im regelmäßig ausgetragenen Raufhandel werden sämtliche Knöpfe ihrer Kleidung abgeschnitten, wodurch die Buben auch zu Hause noch eine auf den Deckel kriegen.
Garniert ist dieses Geschehen u.a. mit Klassikern des französischen Chansons. So werden Joe Dassins „Les Champs-Élysées“ und „Paroles, paroles“ von Dalida/Alain Delon irgendwie in die Handlung eingebaut.

Gabriel (13), Jakob (11) und Nathan (9) saßen gebannt auf ihren Sitzerhöhungen, die fünf Viertelstunden wurden ihnen nicht zu lang. Und auch ich fand die Aufführung von Regisseurin Johanna Arrouas (die spontan für eine erkrankte Schauspielerin einsprang) charmant. Etwas störend fand ich, dass die an sich sehr gute Band oft leise weiterspielte, während die Kinder auf der Bühne – dann schwer verständlich – neue Pläne wälzten. Und ja – vielleicht würde dem Stoff („Die im Nachbardorf haben jetzt ein Telefon, wozu soll das denn gut sein?!“) eine behutsame Aktualisierung guttun.