Adventmail 2025/17 (Anfang/Ende)

Meine sieben Lieblingsfilme über die Apokalypse:

„Interstellar“ (USA/GB 2014) Der Film von Christopher Nolan spielt in einer dystopischen Zukunft, in der die Menschheit die Erde verlassen muss und ein neues Zuhause auf einem anderen Planeten sucht. Der ehemalige NASA-Pilot Cooper (Matthew McConaughey) nutzt für seine Mission ein Wurmloch, das in eine andere Galaxie zu einem Planetensystem um ein Schwarzes Loch führt. Ausführlich beschrieb ich den Film, als er in Österreichs Kinos kam, für die Adventmailserie 2014. Der Plot klingt mehr nach Fiction als nach Science, aber in die Entstehung des Films war der Astrophysiker und spätere Nobelpreisträger Kip Thorne wissenschaftlich eingebunden.

„Melancholia“ (Dk/Sv/F/D 2011) Der Endzeitfilm des Dänen Lars von Trier erzählt von der depressiven jungen Justine (Kirsten Dunst), die das Ende der Welt durch die Kollision mit einem anderen Planeten vorhersieht. Dazu kommt es auch; in der Schlusssequenz des mit viel Wagner-Musik gestalteten Films sitzt Justine mit ihrer Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) und ihrem kleinen Neffen in dessen „magischer Höhle“ aus Ästen, die sie behüten soll, und erwarten händchenhaltend den Weltuntergang.

„Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (GB/USA 1964) Ein Klassiker von Stanley Kubrick über den Kalten Krieg und die nukleare Abschreckung, voll von bitterböser Satire und einem ikonisch gewordenen Bild: Der Kommandant eines Bombers der US-Luftwaffe schafft es, eine davor störrische Wasserstoffbombe aus ihrer Verankerung zu lösen und nähert sich rittlings auf der Bombe sitzend, mit Freudengejohle und seinen Cowboyhut schwenkend, seinem Einschlagort auf sowjetischem Terrain. Peter Sellers brilliert in einer Tripple-Rolle als nazihafter Wissenschafter, US-Präsident und britischer Austauschoffizier, wobei er einen Teil der Dialoge improvisierte. Einer von vielen Must-see-Filmen von Meister Kubrick.

„WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf“ (USA 2008) Es ist das Jahr 2805 und nach 700 Jahren des Müllsammelns ist der Protagonist WALL·E der einzige noch funktionsfähige Aufräumroboter, die Erde freilich noch immer eine desolate Müllhalde. Der verbliebene Rest der Menschheit hat sich auf dem Raumschiff Axiom durch Automatisierung, mediale Dauerberieselung und geringe Gravitation zu fettleibigen, degenerierten Wesen entwickelt. Ein Raumtransporter setzt auf der Erde den Roboter EVE (Extraterrestrial Vegetation Evaluator) aus, um nach photosynthesefähigem, organischem Leben zu suchen. EVE spürt dieses auch auf in Form des Pflänzchens, das WALL·E entdeckt hat und zum Ausgangspunkt für die Wiederbesiedlung der Erde. Verdienter Oscar und Golden Globe 2009 für diesen familientauglichen Disney-Animationsfilm.

„The Road“ (USA 2009) Hoffnungslosigkeit ist das bestimmende Gefühl dieser bewegenden Vater-Sohn-Geschichte inmitten einer sterbenden Welt. Das sollte eigentlich bei einem Endzeitfilm nicht weiter verwundern. Tut es aber doch, weil „The Road“ auf bizarre Sci-Fi- und Fantasy-Szenarien verzichtet. Wie in der großartigen Romanvorlage von Cormac McCarthy wird die bewegende Reise eines Vaters (Vigo Mortensen) und seines jungen Sohnes in Richtung Meer erzählt. Da einige Jahre nach einem apokalyptischen Ereignis alles Leben am Verenden ist, hoffen sie im Süden eine lebensfreundlichere Umgebung zu finden, sehen sich aber Gefahren durch Diebe und sogar Kannibalen gegenüber.

„Matrix“ (USA/AUS 1999) In einer postapokalyptischen Zukunft wurde die Menschheit von Maschinen besiegt und zu Energielieferanten degradiert. Nur eine überschaubare Gruppe von Menschen leistet Widerstand und dringt in die virtuelle Welt ein, die den Menschen in ihren Nährstofftanks vorgegaukelt wird. Eine spezielle Truppe unter der Führung von Morpheus (Laurence Fishburne) findet den in Legenden angekündigten Auserwählten Neo (Keanu Reeves), der die Menschen in die Freiheit führen soll. Ein in Style und Inhalt höchst einflussreicher Streifen der Wachowski Brothers

„Don’t look up“ (USA 2021) Als ein Asteroid auf die Erde rast, wenden sich die Astronomen Kate (Jennifer Lawrence) und Randall (Leonardo DiCaprio) an die Öffentlichkeit. Doch ihre Warnungen verpuffen ungehört, weswegen sie sich auf große Tour durch die Medien begeben. Doch es stellt sich auch die Frage, wie korrekt ihre Vorhersagen und Berechnungen tatsächlich sind. Irgendwo zwischen Dramedy und Sci-Fi stimmt der Endzeitfilm von Adam McKay schwarzhumorige Töne an und punktet mit einer grandiosen Besetzung.

2 Gedanken zu „Adventmail 2025/17 (Anfang/Ende)

  1. In der Anime-Sphäre ist die apokalyptische Szene aus „End of Evangelion“ (1997), der Abschlussfilm der Kult-Serie „Neon Genesis Evangelion“ ziemlich prägend. Vor allem wegen der Musik; das Lied „Komm süßer Tod“ ( https://www.youtube.com/watch?v=6kguaGI7aZg ) lässt die Szene richtig surreal wirken. Nicht gerade die Hintergrundmusik, die man sich unbedingt vorstellen würde, während sich Menschen nach und nach auflösen.

    In der Gaming-Sphäre gibt es ebenfalls häufig eindrucksvolle Apokalypsen. In „Odin Sphere“ (2007 / 2016) läuft die ganz Handlung schlussendlich (ha) zum Armageddon hinaus, den man in dieser Geschichte nicht zu verhindern, sondern lediglich zu überleben hat, während der machtgierige und kriegsführende Herrscher Odin hingegen in ihren letzten Momenten nur mehr bereuen kann, dass er sich zu sehr auf seine Ambitionen anstatt auf die Liebe zu seinen Töchtern konzentriert hat.

    Ebenso gibt es eindrucksvolle postapokalyptische Welten. In „NieR: Automata“ (2017) wurde die Welt vor längerer Zeit schon von Alien-Maschinen überfallen, die Menschheit ist auf den Mond übersiedelt und versucht sich die Erde mit Hilfe von Androiden zurückzuerobern. Man durchquert als Kampf-Android der Menschheit ruinierte und von der Natur schon großteils wieder reklamierte Stadtteile und andere ehemalige Besiedlungen – siehe https://www.youtube.com/watch?v=W6U8OMLcecM – wo die Musik wieder eine große Rolle spielt, denn die verkündet doch schon wortlos, dass die eigene Mission schon längst nicht mehr heroisch, sondern nach all der verstrichenen Zeit nur mehr purer sinnloser Alltag ist, man folgt den Missionen nur mehr weil die Androide nichts anderes zu tun wissen, als ihren Widerstand gegen die Alien-Maschinen weiterzuführen, obwohl sie eigentlich keine Chance gegen ihren Feind haben. Etwas ein Spoiler, aber zur Vollständigkeit werfe ich es gleich ein, im späteren Spielverlauf stellt sich auch heraus, dass die Menschheit am Mond mittlerweile auch schon längst ausgestorben ist, und der „Rat der Menschheit“, von dem man im Spiel immer noch hört, nur eine Erfindung der Androide selbst ist, um ihre Truppen mit einem Ziel zu motivieren, „die Erde für die Menschheit zurückzuerobern“, da der Konflikt mit den Maschinen ihr einziger Existenzzweck ist und von Anfang an war. Eine richtig deprimierende Postapokalypse, wo jeder Zweck, für den man kämpft, schon längst hohl geworden ist, und nur mehr die Kameradschaft unter den Androiden (und auch Maschinen) selbst immer noch herzerwärmend sein kann. Yoko Taro, der Spieldirektor, ist bekannt für solche sehr düsteren Prämissen.

  2. Deine sieben Lieblingsfilme…., das heißt, du hast noch viel mehr Filme zum Thema gesehen.
    Aus welchem Grund schaust du solche Filme gerne?
    Was sagt das über mich aus, frage ich mich, wenn ich noch nie einen Film über die Apokalypse gesehen habe?
    Okay, ich bin wirklich ängstlich bei Filmen. Muss mir bei geringsten gefährlichen Szenen Augen und Ohren zuhalten oder rausgehen.
    Wäre natürlich trotzdem neugierig zu erfahren, was man dabei lernt; was ich dabei versäumt habe.

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