Jedem Anfang wohnt(e) ein Zauber inne…
Ich war 20-jähriger Student, als ich einen Ferienjob als Hendlgriller beim „Wienerwald“ in München-Grünwald antrat. Wie auch drei dort kellnernde Österreicherinnen. Mit einer davon saß ich am Isarstrand und sang Lagerfeuerlieder, beeindruckte sie beim Holzhacken; gegen Ende der zwei Monate lagen wir uns verliebt in den Armen und vereinbarten, einander in drei Wochen auf dem Bahnhof von San Remo für einen gemeinsamen Urlaub an der Cote d’Azur zu treffen.
Ich war 24-jähriger Student, als ich einen Ferienjob beim Konsum in Wien antrat und dafür die Wohnung der im Ausland befindlichen, inzwischen verheirateten, oben genannten Nichtmehrgeliebten nutzen durfte. Ich traf dort auf deren Freundin, die eines der Zimmer bewohnte. Und die in meinem Tagebuch festgehaltene Vorahnung wurde wahr: Wir wurden ein Paar. Und heirateten und bekamen drei wunderbare Söhne.
Ich war 48-jähriger Kathpress-Redakteur und geschieden, als ich nach einigen Partnerinnensuchbewegungen die richtige kennenlernte. Es war tiefster Winter und sie hatte wenige Tage vorher Geburtstag. Zum ersten Date nahm ich also ein Stifterl Sekt mit und einen selbstgebackenen Brownie mit Kerze drauf. Beides genossen wir auf den Stufen vor der Mariahilferkirche und noch am selben Abend folgte der erste Kuss. Heute ist sie meine Frau.
Wie Liebesbeziehungen beginnen (sollen), ist Gegenstand reichhaltiger Ratgeberliteratur. Brauchbar weit über die Anfangsphase hinaus erscheinen mir z.B. diese 10 Tipps von deutschen Paartherapeut:innen:
1: Werdet euch über Gemeinsamkeiten und gleiche Werte bewusst
2: Haltet eure selbst festgelegten Freiräume ein
3: Vergleicht nicht jede Kleinigkeit mit der vergangenen Beziehung
4: Nehmt euch so viel Zeit für das Kennenlernen, wie es für euch stimmig ist
5: Versucht einander nicht zu verändern, sondern sprecht ungute Gefühle offen aus
6: Seid von Anfang an ehrlich zueinander
7: Kommuniziert offen miteinander
8: Schafft Klarheit über wichtige Fragen
9: Macht euch keinen Druck
10: Zeigt eure Gefühle
Ergänzen würde ich das noch mit dem klugen Rat eines antiken Philosophen: „Wenn du geliebt werden willst, liebe!“ (Seneca)